Combarro ist einer dieser Orte in Galicien, die wirken, als wären sie für eine Postkarte gemacht. Direkt an der Ría de Pontevedra gelegen, verbindet dieses kleine Fischerdorf Kornspeicher auf Stelzen am Meer, alte Steinhäuser und Terrassen mit fangfrischen Meeresfrüchten – ein perfektes Ziel für alle, die in Spanien leben oder einen Abstecher in den grünen Norden planen
Redaktion Spanien Press
Ein Küstendorf nahe Pontevedra
Combarro liegt nur etwa sechs Kilometer von Pontevedra entfernt und gehört zur Gemeinde Poio. Der Ort lässt sich bequem in einem halben Tag erkunden und eignet sich ideal als Ausflug von der Stadt aus. Die kompakte, autofreie Altstadt macht es leicht, einfach loszulaufen und sich treiben zu lassen.
Geschützte Altstadt mit galicischem Charme
Die historische Altstadt steht unter Denkmalschutz und bewahrt klassische galicische Architektur. Enge, gepflasterte Gassen, schmale Fischerhäuser aus Stein und kleine Plätze prägen das Bild. Hier läuft vieles noch in einem spürbar langsameren Rhythmus als in den großen Städten – genau das, was viele Besucher an Galicien suchen.

Hórreos direkt am Wasser
Das bekannteste Motiv von Combarro findet man direkt an der Uferlinie. Dutzende Hórreos – die typischen galicischen Kornspeicher – stehen auf massiven Steinsockeln so nah am Wasser, dass sie bei Flut fast schwebend wirken. Manche sind komplett aus Granit gebaut, andere besitzen farbig gestrichene Holzelemente, die Seeleuten früher halfen, ihr Haus schon vom Meer aus zu erkennen.
Traditionelle Vorratsspeicher mit Meeresbrise
Ursprünglich wurden Hórreos als erhöhte Vorratsspeicher genutzt, um Getreide vor Feuchtigkeit und Nagern zu schützen. In Combarro sind viele dieser Bauten direkt zur Ría hin ausgerichtet – eine Besonderheit in Galicien. Die Meeresbrise sorgte für gute Belüftung und trockene Vorräte, gleichzeitig bot diese Lage mehr Stabilität gegen die starken Atlantikstürme.
Fischerdorf-Atmosphäre und Cruceiros
Abseits der Hórreos wirkt Combarro wie ein Bilderbuch-Fischerdorf. In den Gassen sieht man noch Fischernetze zum Trocknen, kleine Boote, die in den Hafen zurückkehren, und Balkone voller Blumen mit Blick auf das Wasser. Über den Ort verteilt stehen mehrere Kreuzsteine aus Granit, die traditionellen Cruceiros, von denen einige aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen und als religiöse Schutzzeichen an Wegkreuzungen oder kleinen Plätzen dienen.
Sundowner mit Meeresfrüchten
Die Uferpromenade ist einer der großen Anziehungspunkte, besonders zum Sonnenuntergang. Die Terrassen direkt an der Ría füllen sich mit Gästen, die Austern, Muscheln, galicische Empanadas und Fisch-Tapas genießen – mit Blick auf die gegenüberliegende Insel Tambo. Im Hochsommer, vor allem im August, kann es voll werden; außerhalb der Hauptsaison kehrt die ruhige Hafenstimmung zurück, die Combarro zu einem der besonderen Orte Galiciens macht.
