Die Europäische Kommission will Kinder und Jugendliche besser vor den Risiken sozialer Netzwerke schützen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat heute einen Vorschlag für ein neues Gesetz zum Schutz Minderjähriger im digitalen Raum vorgestellt. Der sogenannte EU Kids Act sieht unter anderem Altersgrenzen für soziale Netzwerke, strengere elterliche Kontrollmöglichkeiten und Einschränkungen bestimmter Plattformfunktionen vor.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Für Spanien könnte die Initiative weitreichende Folgen haben. Soziale Netzwerke gehören für viele junge Menschen zum Alltag – zur Kommunikation mit Freunden, zur Unterhaltung und zur Informationssuche. Sollten die geplanten Regelungen verabschiedet werden, müssten sich auch spanische Jugendliche und die Betreiber digitaler Plattformen auf neue Vorgaben einstellen.
Allerdings handelt es sich bislang um einen Gesetzesvorschlag. Die endgültigen Bestimmungen und der Zeitpunkt ihrer Anwendung stehen noch nicht fest.
Kein eigener Social-Media-Zugang unter 13 Jahren
Ein zentraler Bestandteil des europäischen Vorhabens ist eine Altersgrenze für die eigenständige Nutzung sozialer Netzwerke. Kinder unter 13 Jahren sollen keinen eigenen Zugang zu entsprechenden Plattformen erhalten.
Für Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren sind dagegen eingeschränkte Konten vorgesehen, die unter elterlicher Aufsicht stehen. Ab dem 15. Geburtstag sollen junge Menschen eigene Konten nutzen können, wobei weiterhin besondere Schutzvorgaben gelten sollen.
Die Altersgrenzen sollen europaweit einheitliche Mindeststandards schaffen. Damit würde sich die Nutzung sozialer Netzwerke für Minderjährige künftig stärker nach dem Alter richten. Für Jugendliche in Spanien könnte dies bedeuten, dass sie ihre bisherigen Konten nicht mehr uneingeschränkt nutzen können. Wie bestehende Profile behandelt werden und welche Übergangsfristen gelten könnten, ist allerdings noch offen.
Mini-Konten und elterliche Kontrolle für 13- bis 15-Jährige
Für die Altersgruppe zwischen 13 und 15 Jahren sieht der Vorschlag sogenannte Mini-Konten vor. Diese sollen von den Eltern verwaltet beziehungsweise beaufsichtigt werden und einen eingeschränkten Funktionsumfang haben.
Nach den bisher veröffentlichten Informationen ist unter anderem eine Begrenzung der täglichen Nutzung auf eine Stunde vorgesehen. Auch die Kontaktmöglichkeiten und weitere Funktionen sollen eingeschränkt werden.
Für spanische Familien könnte dies eine Veränderung des bisherigen Umgangs mit sozialen Netzwerken bedeuten. Eltern würden stärker in die Einrichtung und Kontrolle der Konten eingebunden. Jugendliche müssten sich zugleich auf zusätzliche Einschränkungen bei der Nutzung ihrer gewohnten Plattformen einstellen.
Die konkreten technischen Anforderungen und die genaue Ausgestaltung der elterlichen Kontrolle müssen im weiteren Gesetzgebungsverfahren geklärt werden.
Schluss mit endlosem Scrollen und automatischen Belohnungsmechanismen
Die EU-Kommission will nicht ausschließlich den Zugang zu sozialen Netzwerken regulieren. Auch die Gestaltung der Plattformen soll stärker auf den Schutz Minderjähriger ausgerichtet werden. Im Fokus stehen Funktionen, die dazu beitragen können, dass Nutzer länger online bleiben als ursprünglich beabsichtigt. Dazu gehören unter anderem endloses Scrollen, automatische Videowiedergabe und bestimmte Belohnungsmechanismen.
Auch nächtliche Benachrichtigungen sollen eingeschränkt werden. Ziel ist es, digitale Angebote so zu gestalten, dass sie die Gesundheit und das Wohlbefinden junger Menschen besser berücksichtigen.
Für Jugendliche in Spanien könnte dies Veränderungen bei der Nutzung von TikTok, Instagram, YouTube und anderen Plattformen mit sich bringen. Wie genau sich die Funktionen verändern würden, hängt von den endgültigen gesetzlichen Vorgaben ab.
Spanien ist bei der Regulierung bereits aktiv
Die europäische Initiative kommt nicht aus dem Nichts. Auch Spanien beschäftigt sich bereits mit strengeren Regeln zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Das Land hat in den vergangenen Jahren an Maßnahmen zur Altersverifikation und zum Schutz Minderjähriger gearbeitet. Spanien gehört damit zu den EU-Staaten, die sich bereits mit technischen und rechtlichen Lösungen für einen sichereren digitalen Raum befassen.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Debatte ist die Frage, wie Plattformen das Alter ihrer Nutzer zuverlässig überprüfen können, ohne dabei unnötig viele persönliche Daten zu sammeln. Spanien hat hierfür bereits technische Ansätze entwickelt und sich an europäischen Vorarbeiten beteiligt. Die europäischen Vorgaben könnten diese nationalen Bemühungen künftig ergänzen und gemeinsame Standards schaffen.
Was bedeutet das konkret für junge Menschen in Spanien?
Sollte der EU Kids Act in der vorgeschlagenen Form beschlossen werden, wären die Auswirkungen im Alltag vieler Jugendlicher spürbar. Für Kinder unter 13 Jahren würde der eigenständige Zugang zu sozialen Netzwerken grundsätzlich entfallen. Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren müssten mit beaufsichtigten Konten und zeitlichen Einschränkungen rechnen. Ab 15 Jahren wäre die eigenständige Nutzung vorgesehen, allerdings weiterhin unter besonderen Schutzvorgaben.
Auch die Plattformen selbst müssten ihre Angebote anpassen. Für junge Nutzer könnten sich dadurch unter anderem die Darstellung von Inhalten, die Kontaktmöglichkeiten und die Benachrichtigungen verändern.
Die geplanten Regeln betreffen nicht nur soziale Netzwerke im engeren Sinne. Auch Videoplattformen, Online-Spiele und KI-Chatbots sollen in den Schutzrahmen einbezogen werden. Damit könnte sich die Regulierung auf einen großen Teil der digitalen Freizeitgestaltung junger Menschen in Spanien erstrecken.
Alterskontrollen und Datenschutz bleiben zentrale Fragen
Damit die Altersgrenzen tatsächlich eingehalten werden können, sollen digitale Plattformen das Alter ihrer Nutzer zuverlässiger überprüfen. Die EU-Kommission setzt dafür auf eine gemeinsame europäische Lösung zur Altersverifikation.
Die Umsetzung wirft jedoch Fragen auf. Einerseits sollen Kinder wirksam vor ungeeigneten Inhalten und Kontakten geschützt werden. Andererseits muss verhindert werden, dass dafür unnötig viele persönliche Daten gesammelt oder gespeichert werden.
Auch für spanische Jugendliche und ihre Familien wird deshalb entscheidend sein, welche Daten bei einer Altersprüfung erhoben werden, wer darauf zugreifen kann und wie lange sie gespeichert bleiben. Die konkrete technische Umsetzung ist noch Teil der weiteren Ausarbeitung.
Plattformen müssen mit hohen Strafen rechnen
Der Vorschlag sieht auch Konsequenzen für Unternehmen vor, die die neuen Schutzvorgaben nicht einhalten. Bei Verstößen könnten Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden. Damit sollen die Betreiber stärker in die Verantwortung genommen werden, die Alterskontrollen und Schutzmaßnahmen tatsächlich umzusetzen.
Die Regelungen würden auch große internationale Plattformen betreffen, die von Jugendlichen in Spanien genutzt werden.
EU-Gesetz muss noch verabschiedet werden
Der EU Kids Act ist bislang ein Vorschlag der Europäischen Kommission. Bevor die Regelungen verbindlich werden können, müssen das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten darüber beraten und eine Einigung erzielen.
Erst danach wird feststehen, welche Altersgrenzen und Schutzmaßnahmen tatsächlich beschlossen werden und ab wann sie gelten. Bis dahin bleibt offen, wann sich die geplanten Änderungen konkret auf den Alltag junger Menschen in Spanien auswirken könnten.
Fest steht jedoch, dass der Schutz Minderjähriger im digitalen Raum in Spanien und auf europäischer Ebene zunehmend Gegenstand politischer und gesellschaftlicher Diskussionen ist.

Guten Tag,
ich halte diesen Regulierungswahn für extrem gefährlich und bedenklich.
1.) Die Kontrolle und Erziehung von Kindern ist Aufgabe der Eltern.
2.) Social Media, bzw. die Nutzung ist nicht positiver oder negativer, wie Nutzung von Filmen, Büchern und Musik zu bewerten.
Es gibt auch unzählige Beispiele von extremen negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
3.) Es gibt und gab genug Bücher in der Menschheitsgeschichte die positive und extrem negative Auswirkungen auf Menschen hatten und haben.
Will man die Nutzung von Büchern deswegen beschränken?
4.) Verbote von staatlicher Seite haben selten den Erfolg der versprochen wird.
Siehe Drogen, Alkohol und vieles mehr.
Wer ein wenig hinter die Beweggründe sieht muss doch anerkennen das es auch hier in erster Linie um die Eindämmung von Informationen geht und um die Beschränkung der US Dominanz im medialen Raum, bzw. der Versuch.