Redaktion Spanien Press
Die Uhr tickt für Spaniens Immobilienbesitzer: Ab dem Jahr 2030 darf keine Wohnung und kein Haus mehr verkauft oder vermietet werden, wenn es nicht mindestens die Energieeffizienzklasse E erreicht. Grundlage ist die EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden.
Der Zeitplan sieht weitere Verschärfungen vor: Schon 2033 steigt die Mindestanforderung auf Klasse D. Bis 2050 will die Europäische Union schließlich einen klimaneutralen Gebäudebestand erreichen.
Spanien liegt deutlich zurück
Die Herausforderung ist groß, denn Spaniens Wohnungsbestand ist alt. Das Durchschnittsalter der Gebäude liegt laut der Federación Nacional de Asociaciones Inmobiliarias (FAI) bei 43,5 Jahren. Nach Angaben des spanischen Energieinstituts IDAE übertreffen derzeit lediglich 20 Prozent aller Immobilien die Klasse E. Ältere Gebäude verbrauchen bis zu 70 Prozent mehr Energie als moderne Neubauten.
Bisher genügte es, ein gültiges Energieeffizienzzertifikat (CEE) vorzulegen, um einen Kauf- oder Mietvertrag rechtsgültig abzuschließen. Ab 2030 reicht dieses Dokument nicht mehr aus: Entscheidend wird dann, ob die Immobilie die vorgeschriebene Mindestklasse erreicht.
Welche Sanierungen erforderlich sind
Um die geforderten Standards zu erfüllen, müssen Eigentümer in die energetische Sanierung investieren. Dazu gehören die Verbesserung der Wärmedämmung durch neue Fenster, Türen, Fassaden oder Böden sowie der Einbau erneuerbarer Energiesysteme wie Solarmodule, Photovoltaikanlagen oder Aerothermie.
Auch die Erneuerung von Heizungen, Klimaanlagen und anderen Klimatisierungssystemen sowie eine bessere Schalldämmung tragen zur Neubewertung der Energieklasse bei.
Selbst kleine Maßnahmen wie die Umstellung auf LED-Beleuchtung können helfen, den Energieverbrauch zu senken.
Staatliche Förderungen
Die Kosten solcher Maßnahmen stellen für viele Haushalte eine erhebliche Belastung dar. Deshalb gibt es staatliche Unterstützung: Mit Hilfe der EU-Aufbau- und Resilienzfazilität (Next Generation EU) können in Spanien bis zu 3.000 Euro an Renovierungskosten übernommen werden.
Ziel dieser Förderungen ist es, Eigentümer finanziell zu entlasten und ihnen den Übergang zu einer strengeren Regulierung zu erleichtern, die den spanischen Immobilienmarkt in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird.
