15 de Dezember de 2025
Lesezeit 2 Minuten

Aktuelle Entwicklungen zeigen Alarmzeichen: Gewalt am Arbeitsplatz auf dem Vormarsch

Spanien Press hat zu diesem Thema mit dem bdp-Team gesprochen, das mit Büros in Spanien und Deutschland täglich an der Schnittstelle beider Rechtssysteme arbeitet

Gewalt am Arbeitsplatz ist ein Thema, das viele Unternehmen erst ernst nehmen, wenn es bereits zu spät ist – ein Vorfall, ein eskalierter Streit, ein Moment, der das Betriebsklima dauerhaft beschädigt. Doch die jüngsten Entwicklungen in beiden Ländern zeigen deutlich, dass aggressives Verhalten im beruflichen Umfeld immer häufiger vorkommt und längst nicht mehr als Ausnahme gilt

Redaktion Spanien Press

In Spanien verzeichnen die Behörden seit 2021 einen Anstieg von mehr als 125 % bei Krankschreibungen infolge von Mobbing oder Gewalthandlungen. Auch in Deutschland rückt das Thema wieder in den Fokus: Ein aktuelles Urteil des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen bestätigt, dass bereits leichte körperliche Übergriffe eine fristlose Kündigung rechtfertigen können.

Deutschland und Spanien: dieselbe Härte, aber ein völlig unterschiedlicher Weg

Beide Länder verfolgen eine Null-Toleranz-Linie gegenüber Gewalt am Arbeitsplatz – doch sie unterscheiden sich deutlich darin, wie Arbeitgeber rechtssicher handeln müssen.

Deutschland: harte Linie, schnelles Handeln

  • Bereits ein Stoß oder Schubser kann eine fristlose Kündigung ohne Abmahnung rechtfertigen.

  • Im Mittelpunkt stehen der Vertrauensbruch und der Schutz des Betriebsfriedens.

  • Die Formalien sind weniger streng, solange der Sachverhalt klar belegt ist.

Spanien: streng in der Sache, aber mit hohem Formalismus

  • Übergriffe gelten als „faltas muy graves“ (sehr schwere Verfehlungen).

  • Das Kündigungsschreiben muss minutiös formuliert sein (Ort, Uhrzeit, Ablauf, rechtliche Einordnung).

  • Beweise sind entscheidend – fehlende Dokumentation führt schnell zu einem „despido improcedente“.

  • Kollektivverträge können zusätzliche Vorgaben machen.

Kurz gesagt: Deutschland urteilt streng inhaltlich, Spanien streng formal.

Expertenperspektive: Spanien Press spricht mit bdp

Spanien Press hat zu diesem Thema mit dem bdp-Team gesprochen, das mit Büros in Spanien und Deutschland täglich an der Schnittstelle beider Rechtssysteme arbeitet. Besonders wertvoll war das Gespräch mit Dr. Michael Bormann, der mit dem renommierten Sinergias-Preis „Führung mit Sinn und Ziel“ ausgezeichnet wurde – einer der bedeutendsten Unternehmerauszeichnungen an der Costa del Sol – und den wir zu diesem Anlass kurz interviewen konnten.

Seine internationale Erfahrung zeigt, wie wichtig klare Strukturen, frühzeitige Prävention und eine starke Führungskultur geworden sind, um Gewalt und eskalierende Konflikte wirksam zu verhindern.

bdp Bormann, Demant & Partner begleitet Unternehmen seit Jahren genau an dieser Schnittstelle. Die tägliche Praxis zeigt: Gewalt am Arbeitsplatz ist selten ein plötzliches Ereignis – sie entsteht meist aus schwelenden Spannungen, unklaren Abläufen oder fehlender Führung.

„Konflikte entstehen nicht zufällig“ – Dr. Michael Bormann im Gespräch

Herr Dr. Bormann, wie ordnen Sie die Auszeichnung ein?
„Es ist vor allem eine Anerkennung für unsere Teams. Wir arbeiten auf drei Kontinenten – ohne klare Werte und Strukturen würde das nicht funktionieren.“

Was kann Führung tatsächlich verhindern?
„Sehr viel. Konflikte explodieren meist dort, wo Unsicherheit herrscht. Klare Kommunikation und Verlässlichkeit sind das beste Gegengift – weit stärker als jede juristische Maßnahme.“

Wie baut man ein Team auf, das Konflikte selbst regulieren kann?
„Indem man Menschen ernst nimmt. Ein starkes Team besteht aus starken Persönlichkeiten, die sich respektieren. Dann entsteht ein Klima, in dem Aggression schlicht keinen Platz hat.“

Und wenn doch etwas passiert?
„Dann braucht es Konsequenz. Nicht jeder will Teil eines Teams sein – und das muss man als Unternehmer akzeptieren können.“

Deutschland und Spanien handhaben Gewalt streng, aber unterschiedlich. Für Unternehmen bedeutet das:
Rechtssicherheit entsteht nicht erst im Moment der Eskalation, sondern in den Wochen, Monaten und Jahren davor.

Ein Unternehmen, das:

  • klare Strukturen hat,

  • Führung fördert,

  • Konflikte früh erkennt,

reduziert nicht nur Risiken, sondern stärkt auch seine gesamte Organisation.

bdp Bormann, Demant & Partner begleitet genau auf diesem Weg – rechtlich, strategisch und kulturell.

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