16. Mai 2025
Wenn der Alltag zum Luxus wird: Spanische Haushalte unter Druck
Olivenöl, Mieten, Strom, Fleisch, Nahverkehr… Alles wird teurer. Und mit den Preisen wächst auch der Druck auf die Haushalte in Spanien. Einer Umfrage des Instituts DYM für die Tageszeitung 20minutos zufolge haben sieben von zehn Spanierinnen und Spaniern ihre Ausgaben bereits reduziert oder planen, dies in den kommenden Monaten zu tun.
Die Zahlen sind eindeutig: 45 % haben bereits in ihrem Alltag gespart, weitere 25 % haben vor, das bald zu tun. Nur 30 % sagen, dass sie ihre Ausgaben bisher nicht verändert haben – und es auch nicht vorhaben.
Die Auswirkungen hängen vom Alter, Geschlecht und der Arbeitssituation ab
Besonders betroffen sind diejenigen, die ohnehin kaum Spielraum haben: Teilzeitbeschäftigte, Menschen zwischen 36 und 50 Jahren und vor allem Frauen. Unter den Frauen haben 47 % ihre Ausgaben bereits gekürzt, weitere 26 % denken darüber nach. Bei den Männern liegt die Gesamtquote bei 65 %.
Was das Alter betrifft, so sind junge Menschen unter 35 und Senioren über 66 die Gruppen, die ihre Konsumgewohnheiten am wenigsten verändert haben. Doch selbst in diesen Gruppen gibt mehr als ein Drittel an, bereits sparen zu müssen. Viele Rentner erklären, dass sie schon vor dem Preisanstieg nur das Nötigste konsumieren konnten.
Wie schaffen es die Familien in Spanien?
Die Inflationsrate ist im April auf 2,2 % gesunken – der niedrigste Wert seit Oktober – dank fallender Preise für Gas, Strom und Kraftstoffe. Doch diese Entlastung kommt kaum im Alltag der Menschen an. Im Supermarkt bleiben die Preise hoch, und jede Woche wird neu gerechnet.
Wie soll eine Familie mit zwei prekären Einkommen und einer teuren Wohnung über die Runden kommen?Welche Möglichkeiten hat eine alleinerziehende Mutter? Und was bleibt einem Rentner mit Mindestpension?
Küstenregionen: Leben, wo andere Urlaub machen
In den touristischen Küstenregionen ist die Situation besonders angespannt. Die Nachfrage von Urlaubern treibt die Mieten und Lebensmittelpreise zusätzlich in die Höhe. Familien, die dort das ganze Jahr über leben, sehen sich gezwungen, mit besser zahlenden Touristen zu konkurrieren – selbst beim Einkauf.
Selbst der Nahverkehr wird teurer
Auch der öffentliche Verkehr bleibt nicht verschont: In Madrid steigt der Preis für das Monatsticket ab dem 1. Juli, der bisherige Rabatt sinkt von 60 % auf 40 %. Für viele, die aufs Pendeln angewiesen sind, ist das ein weiterer Schlag ins Haushaltsbudget.
Die Lebenshaltungskosten – eine tägliche Herausforderung
Die Umfrage von DYM macht sichtbar, was viele längst spüren: Alles ist teurer geworden, und das Geld reicht immer weniger weit. Auf den Statistiken mag sich die Lage beruhigen – aber auf der Straße, in den Küchen und Wohnzimmern zahlloser Familien in Spanien steigt der Druck weiter.
