Die „Operación Estrecho“, das jährlich stattfindende Verkehrsprogramm für marokkanische Staatsangehörige mit Wohnsitz in Europa, die während der Sommermonate in ihre Heimat reisen, steht in diesem Jahr vor einem neuen Rekord. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums werden zwischen dem 15. Juni und dem 15. September mehr als 3,5 Millionen Reisende erwartet – ein Anstieg von 4 bis 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Bei einem Treffen am Mittwoch im südspanischen Cádiz einigten sich Vertreter der Regierungen Spaniens und Marokkos auf die wichtigsten Punkte der Zusammenarbeit. Für die diesjährige Ausgabe sind 12.012 Fährüberfahrten zwischen Spanien und Marokko geplant – 8,4 Prozent mehr als im Sommer 2024.
In Spanien wird der Einsatz durch einen Sonderplan des Zivilschutzes geregelt, der die Maßnahmen zur Verkehrslenkung, Sicherheitskontrollen und Hilfeleistungen für Reisende entlang der Transitstrecken umfasst.
Drei Hauptziele stehen dabei im Mittelpunkt:
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Unterstützung der Reisenden während ihrer Durchreise durch Spanien,
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Sicherstellung eines reibungslosen Verkehrsflusses auf den Hauptverkehrsadern,
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Verkürzung der Wartezeiten in den Einschiffungshäfen im Süden des Landes.
Seit ihrer Einführung im Jahr 1986 gilt die Operación Estrecho als eine der größten saisonalen Migrationsbewegungen weltweit. Jedes Jahr reisen Millionen von Menschen mit dem Auto – oft aus Ländern wie Frankreich, Belgien oder Deutschland – über Spanien in Richtung der Fährhäfen von Algeciras, Tarifa, Málaga, Almería oder Motril, um von dort nach Marokko überzusetzen.
Ein logistisches und menschliches Großprojekt
Trotz aller organisatorischen Maßnahmen bleibt die Reise für viele Familien eine Herausforderung. Oft sind es tagelange Fahrten mit überladenen Fahrzeugen, bei hohen Temperaturen und langen Wartezeiten.
Entlang der Strecke werden zusätzliche Rastplätze, Sanitätsdienste und mehrsprachige Informationspunkteeingerichtet. Polizei, Zivilschutz, Rotes Kreuz und Freiwillige werden in allen betroffenen Gebieten im Einsatz sein.
Die Behörden beider Länder rufen die Reisenden dazu auf, ihre Fahrten vorausschauend zu planen, auf stark frequentierte Tage zu verzichten und Fahrzeuge rechtzeitig auf ihre Fahrtüchtigkeit zu überprüfen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Institutionen sowie die Mithilfe der Reisenden sind entscheidend für einen sicheren und geregelten Ablauf dieser beispiellosen Verkehrsbewegung.
