Redaktion Spanien Press
Die Regionalregierung von Andalusien verschärft ihren Kurs gegen illegale Ferienwohnungen (Viviendas de Uso Turístico, kurz VUT). In den vergangenen anderthalb Jahren wurden 10.586 Lizenzen entzogen, weil die Wohnungen nicht den kommunalen Vorschriften entsprachen.
Laut dem andalusischen Tourismusminister Arturo Bernal soll damit die „Qualität“ des legalen Angebots verbessert werden. Grundlage ist ein Dekret von Februar 2024, das den Betrieb von Ferienwohnungen strenger regelt.
Málaga und Sevilla an der Spitze
Am stärksten betroffen ist die Provinz Málaga mit 3.863 gestrichenen Lizenzen, gefolgt von Granada (1.900), Cádiz (1.415) und Sevilla (1.251). Auch in den Provinzhauptstädten liegt Málaga vorn: Dort wurden 1.289 Ferienwohnungen geschlossen, in Sevilla 1.119 und in Granada 1.059.
Zusätzlich will die Junta ein Spezialteam der Regionalpolizei einsetzen, das gemeinsam mit Tourismusinspektoren illegale Angebote aufspüren soll. Zudem wurde das digitale Tourismusregister Andalusiens modernisiert: Wer in Städten wie Sevilla, Málaga, Córdoba oder Cádiz eine VUT anmelden will, erhält nun automatische Warnhinweise, wenn das Objekt in einer Zone mit städtebaulichen Beschränkungen liegt.
Konflikt mit Madrid
Der Schritt der Regionalregierung fällt nur wenige Tage nach einer Ankündigung von Spaniens Premierminister Pedro Sánchez in Málaga. Demnach hat das seit dem 1. Juli bestehende staatliche Register bereits 54.000 illegale Ferienwohnungen identifiziert, darunter 16.740 in Andalusien. Diese Unterkünfte sollen künftig nicht mehr auf Plattformen wie Airbnb oder Booking erscheinen.
Tourismusminister Bernal wies die Zuständigkeit Madrids jedoch zurück: Nur die Junta könne Lizenzen annullieren. „Es handelt sich nicht um illegale Wohnungen“, betonte er. Entscheidend sei, ob sie die Vorschriften der jeweiligen Kommune erfüllen. Im andalusischen Register sind derzeit 150.450 Ferienwohnungen eingetragen – mit rund 790.000 Betten.
Bernal erinnerte zudem daran, dass das staatliche Register vom Consejo de Estado (dem obersten Rechtsgutachtenorgan Spaniens) scharf kritisiert wurde und die EU-Kommission wegen Kompetenzüberschreitungen ein Verfahren eingeleitet hat.
Sevilla kritisiert die nationale Regelung
Auch die Stadt Sevilla verteidigt ihre eigenen Kontrollen und wirft der spanischen Regierung „inkohärente“ Gesetzgebung vor. Aus Sicht des Rathauses ignoriert die nationale Regelung die spezifischen Probleme jener Städte, die besonders stark vom Tourismusdruck betroffen sind.
