Die Herausforderungen der Mutterschaft laut dem Bericht „State of Motherhood in Europe 2024“
Redaktion Spanien Press
Spanische Mütter stehen an der Spitze Europas, wenn es um Angstzustände, Erschöpfung und mentale Überlastung geht. Das zeigt der neue Bericht „State of Motherhood in Europe 2024“, erstellt von der NGO Make Mothers Matter in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Kantar.
Mentale Überlastung über dem europäischen Durchschnitt
Laut der Studie fühlen sich 78 % der spanischen Mütter mental überfordert, verglichen mit 67 % im europäischen Durchschnitt. Zudem gaben 57 % an, im vergangenen Jahr unter psychischen Problemen wie Angststörungen, Depressionen oder Burnout gelitten zu haben (Europa: 50 %).
Im Detail:
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Angststörungen: 42 % in Spanien (32 % Europa)
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Depressionen: 20 % (16 % Europa)
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Mentale Erschöpfung (Burnout): 21 % (18 % Europa)
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Wochenbettdepression: 17 % bei Müttern mit Kindern unter einem Jahr (Europa ca. 10 %)
Ungleichgewicht in Haushalt und Care-Arbeit
Spanische Frauen übernehmen weiterhin 64 % der Hausarbeit und Betreuungsaufgaben, unabhängig davon, ob sie erwerbstätig sind oder nicht. Diese ungleiche Last verstärkt nicht nur die Erschöpfung, sondern erschwert auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Fehlende gesellschaftliche Anerkennung
Nur 53 % der Mütter in Spanien fühlen sich in ihrer Rolle gesellschaftlich anerkannt, während es im europäischen Durchschnitt 59 % sind. Dieses Defizit trägt zur Isolation und zur psychischen Belastung bei.
Zentrale Herausforderungen
Der Bericht nennt mehrere Handlungsfelder:
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Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – flexiblere Arbeitszeiten, Homeoffice-Optionen, bezahlbare Kinderbetreuung.
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Gerechtere Aufteilung der Care-Arbeit – Männer müssen stärker eingebunden werden.
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Mehr Unterstützung für die mentale Gesundheit – Präventionsprogramme, psychologische Begleitung und niedrigschwellige Hilfen.
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Gesellschaftliche und politische Anerkennung – die unsichtbare Arbeit von Müttern sichtbar machen und wertschätzen.
Ein alarmierendes Bild
Die Studie zeichnet ein deutliches Bild: Mutterschaft in Spanien bedeutet für viele Frauen eine doppelte oder dreifache Belastung, die sie an ihre Grenzen bringt. Umso dringlicher sind politische Maßnahmen, die Müttern ermöglichen, mit weniger Druck und mehr Unterstützung durchs Leben zu gehen.
