Madrid, 5. Mai 2025 – Am Wochenende kam es in Spanien zu massiven Störungen im Hochgeschwindigkeitsverkehr: Ein Kabeldiebstahl an der AVE-Strecke zwischen Madrid und Sevilla führte zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen. Besonders betroffen war der Bahnhof Atocha, Madrids wichtigster Fernbahnhof, wo sich Szenen des Chaos abspielten.
Wie der staatliche Bahnkonzern Renfe mitteilt, sei der Zugbetrieb inzwischen zu etwa 70 % wiederhergestellt, mit dem Ziel, bis zum Nachmittag (zwischen 14:00 und 16:00 Uhr) zur vollständigen Normalität zurückzukehren. Das erklärte Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente über soziale Medien.
Der Zwischenfall begann in der Nacht auf Montag, als mehrere Signalkabel gestohlen wurden – ein Vorfall, der die Steuerung des Zugverkehrs massiv beeinträchtigte. Die Situation verschärfte sich, als ein Zug der privaten Bahngesellschaft Iryo in der Nähe von Atocha einen Defekt an der Oberleitung verursachte.
Tausende Reisende saßen stundenlang in Zügen fest – teils ohne Strom, Informationen oder Klimaanlage. Unter den Betroffenen war auch das spanische Comedy-Duo Los Morancos, das live im Radio Cope schilderte: „Ein Kind weinte ununterbrochen, weil seine Mutter ihm ohne Strom kein Fläschchen machen konnte.“
Bis Montagmorgen gegen 8:00 Uhr erreichten schließlich alle aus Andalusien kommenden Züge Madrid – allerdings mit teils mehrstündiger Verspätung. Die Polizei ermittelt derzeit wegen des Diebstahls. Weitere Details wurden bisher nicht bekannt gegeben.
Die AVE-Züge (Alta Velocidad Española) gelten in Spanien als Symbol für schnellen und komfortablen Fernverkehr. Die Verbindung zwischen Madrid und Sevilla war die erste ihrer Art, eröffnet 1992, und ist bis heute eine der meistgenutzten Strecken des Landes.
