Adamuz (Córdoba), 18. Januar 2026.
Der Bahnverkehr zwischen Andalusien und Madrid bleibt unterbrochen, nachdem es am Sonntagabend zu dem schwersten Unfall in der Geschichte des spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes gekommen ist. In der Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba entgleisten zwei Fernzüge und kollidierten miteinander. Dutzende Menschen kamen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.
Redaktion Spanien Press
Rekonstruktion der Ereignisse
Kurz vor 20.00 Uhr entgleiste ein Hochgeschwindigkeitszug des Betreibers Iryo, der auf der Strecke Málaga–Madrid Puerta de Atocha unterwegs war, beim Einfahren in einen Weichenbereich nahe Adamuz. Aus bislang ungeklärter Ursache sprangen mehrere Waggons aus den Schienen.
In den Stunden nach dem Unfall wurde bekannt, dass ein Lokführer möglicherweise vorab ein ungewöhnliches Geräusch gemeldet hatte. Diese Information ist offiziell bislang nicht bestätigt und gehört zu den Aspekten, die derzeit von den Ermittlern geprüft werden.
Durch die Entgleisung geriet der Iryo-Zug teilweise auf das Nachbargleis. Dort näherte sich aus der Gegenrichtung ein Zug des staatlichen Betreibers Renfe, der auf der Verbindung Madrid–Huelva unterwegs war. Es kam zu einer Kollision, die nach ersten Erkenntnissen seitlich erfolgte und zum Entgleisen auch dieses Zuges führte.
Besonders stark betroffen waren mehrere Waggons, die erheblich deformiert wurden. Zahlreiche Fahrgäste waren zeitweise eingeschlossen, was die Rettungsarbeiten erheblich erschwerte.
Rettungseinsatz und Hilfe aus der Bevölkerung
Rettungsdienste, Feuerwehr, Guardia Civil und Katastrophenschutz rückten mit einem Großaufgebot an. Der Infrastrukturbetreiber Adif aktivierte seinen Krisenstab und koordinierte den Einsatz mit regionalen und staatlichen Behörden.
Una caravana de ambulancias se dirige al lugar del accidente en Adamuz.
No es magia, son tus impuestos. pic.twitter.com/REYRaVQKIy
— Noa Gresiva (@NoaGresiva) January 18, 2026
Los vecinos de Adamuz han abierto sus casas, cedido sus vehículos y se han volcado en el polideportivo municipal para acoger a las víctimas y heridos que pasarán allí la noche.
La solidaridad de la gente siempre va por delante de rencillas políticas y miserias. pic.twitter.com/gmbBapohR1
— Ibon Perez (@IbonPerezTV) January 18, 2026
Parallel dazu eilten Anwohner aus umliegenden Ortschaften spontan zur Unglücksstelle und halfen in den ersten Stunden bei der Versorgung der Verletzten, noch bevor alle Einsatzkräfte vor Ort waren.
Bahnverkehr unterbrochen – massive Folgen
Infolge des Unglücks wurde der Bahnverkehr zwischen Madrid und weiten Teilen Andalusiens vollständig eingestellt. Die Behörden gehen davon aus, dass die Sperrung mindestens zwei Tage andauern wird, um die beschädigten Züge zu bergen und die Infrastruktur zu überprüfen.
Die Unterbrechung führte zu massiven Engpässen im Ersatzverkehr. Am Bahnhof Madrid-Puerta de Atocha bildeten sich lange Schlangen vor Autovermietungen, da Tausende Reisende versuchten, ihre Fahrt auf der Straße fortzusetzen.
Zur Entlastung kündigte die Fluggesellschaft Iberia an, zusätzliche Flüge für betroffene Passagiere bereitzustellen, insbesondere auf Verbindungen zwischen Madrid und Andalusien.
Ermittlungen laufen
Die genaue Ursache des ersten Entgleisens ist weiterhin Gegenstand technischer Untersuchungen. Analysiert werden unter anderem der Zustand der Gleisanlagen, die Signaltechnik, die Datenaufzeichnungen der Züge sowie Aussagen des Bahnpersonals.
Notfall- und Informationstelefon
Die Behörden weisen darauf hin, dass für Notfälle und Auskünfte im Zusammenhang mit dem Unglück die Notrufnummer 112 rund um die Uhr erreichbar ist.
Das Unglück hat landesweit große Bestürzung ausgelöst und eine Debatte über die Sicherheit des spanischen Hochgeschwindigkeitsverkehrs neu entfacht.
