Der wichtigste Referenzzinssatz für variable Hypotheken in Spanien steigt wieder an. Millionen Haushalte müssen sich auf höhere monatliche Belastungen einstellen, während der Euribor im Juli 2026 den höchsten Stand seit fast zwei Jahren erreichen könnte
Redaktion Spanien Press
Der 12-Monats-Euribor, der maßgebliche Referenzwert für die Berechnung der meisten variabel verzinsten Hypotheken in Spanien, setzt seinen Aufwärtstrend fort. Für Juli wird ein Monatsdurchschnitt von rund 2,8 Prozent erwartet – ein Niveau, das zuletzt im September 2024 erreicht wurde.
Nach dem kurzen Rückgang im Juni, als der Euribor bei 2,798 Prozent lag, zeigt der wichtigste Hypothekenindikator Spaniens wieder nach oben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Anstieg von rund 0,8 Prozentpunkten – mit direkten Folgen für Millionen Kreditnehmer.
Hypotheken werden erneut teurer
Für eine typische Hypothek über 150.000 Euro mit einer Laufzeit von 25 Jahren und einem Zinsaufschlag von einem Prozentpunkt könnten die monatlichen Raten bei der nächsten Anpassung deutlich steigen.
Nach Berechnungen des Finanzportals Roams würde eine solche Finanzierung bei einer jährlichen Überprüfung rund 59 Euro mehr pro Monat kosten. Auf das gesamte Jahr gerechnet entspricht dies einer zusätzlichen Belastung von etwa 712 Euro – ein Anstieg der monatlichen Rate um rund acht Prozent.
Auch Haushalte mit halbjährlicher Zinsanpassung spüren die Entwicklung. Bei einer vergleichbaren Hypothek könnte die monatliche Rate um etwa 6,5 Prozent steigen – von durchschnittlich 730 Euro auf rund 778 Euro.
Steigende Finanzierungskosten belasten den spanischen Immobilienmarkt
Der Euribor spielt für den spanischen Immobilienmarkt eine zentrale Rolle, da ein großer Teil der Hypotheken an seine Entwicklung gekoppelt ist.
Obwohl die aktuellen Werte noch unter den Höchstständen der vergangenen Zinsphase liegen, sorgen steigende Finanzierungskosten erneut für Belastungen bei Familien und Immobilienkäufern.
Besonders betroffen sind junge Menschen, die in Spanien zunehmend Schwierigkeiten haben, den Schritt zum ersten Eigenheim zu finanzieren. Die Kombination aus hohen Immobilienpreisen und steigenden Kreditkosten bleibt eine der größten wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes.
Die Entwicklung des Euribor wird deshalb weiterhin genau beobachtet – von Banken, Immobilienkäufern und Millionen spanischer Haushalte
