Der Euribor hat erneut überrascht. Nach mehreren Monaten relativer Stabilität verzeichnet der wichtigste Referenzzinssatz für variable Hypotheken im April den stärksten Rückgang seit über 15 Jahren. Der Monatswert liegt bei 2,143 %, das sind 1,56 Prozentpunkte weniger als im April 2024, als der Wert noch bei 3,703 % lag.
Damit erlebt der Euribor den größten jährlichen Rückgang seit Dezember 2009, mitten in der Nachkrise der globalen Finanzkrise. Für viele Haushalte bedeutet dies eine spürbare finanzielle Entlastung: Wer seine Hypothek jetzt neu berechnet, kann bis zu 3.000 Euro pro Jahr sparen.
Hinter dem deutlichen Rückgang stehen die Erwartungen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in den kommenden Monaten mit einer Senkung der Leitzinsen beginnt. Auslöser sind eine inzwischen weitgehend unter Kontrolle gebrachte Inflation und Anzeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung in der Eurozone.
Was bedeutet das für private Haushalte?
Viele Familien mit variabel verzinsten Hypotheken können mit deutlich niedrigeren monatlichen Raten rechnen. Nach Jahren steigender Belastung durch Zinserhöhungen ist dies eine willkommene Erleichterung.
Ob der Trend anhält, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Die weitere Entwicklung der Energiepreise, globale wirtschaftliche Einflüsse sowie die Geldpolitik in den USA könnten die zukünftige Richtung maßgeblich beeinflussen.
