Mit dem Sommer beginnt auch wieder die Flut an Tipps, wie man schnell und dauerhaft braun wird. Doch medizinische Fachkreise warnen deutlich: Sich zu bräunen ist in keinem Fall gesund. Es ist vielmehr ein Hinweis darauf, dass die Haut Zellschäden durch UV-Strahlung erlitten hat
Redaktion Spanien Press
Bräune ist kein Zeichen von Gesundheit, sondern eine Schutzreaktion des Körpers auf eine Schädigung. Durch die UV-Strahlung werden Melanozyten aktiviert – Zellen, die den Farbstoff Melanin produzieren, um das Erbgut in den Hautzellen zu schützen. Doch dieser Schutz ist begrenzt. Wenn die UV-Schäden die körpereigene Reparaturfähigkeit übersteigen, kann Hautkrebs entstehen – auch das besonders gefährliche Melanom.
Der Mythos vom „gesunden Sonnenbaden“
Das Bewusstsein für Risiken hat zwar zugenommen, doch gefährliche Mythen halten sich hartnäckig: dass Sonnenlicht Akne verbessert, dass langsames Bräunen sicher sei oder dass man mit Sonnencreme bedenkenlos stundenlang in der Sonne bleiben könne.
Sonnenschutzmittel helfen, aber sie sind kein Freifahrtschein. Studien sprechen sogar von einer „Sonnencreme-Paradoxie“: Wer sich eingecremt fühlt, bleibt oft länger in der Sonne – und erhöht damit die Strahlenbelastung.
UV-Strahlung – das „Rauchen“ für die Haut
Die UV-Exposition ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Hautkrebs. In den letzten 20 Jahren ist die Melanomrate in Spanien von 12 auf 15 Fälle pro 100.000 Einwohner gestiegen. Für 2025 wird mit über 9.400 neuen Diagnosen gerechnet.
Wer Hautkrebs vermeiden will, sollte die Sonne meiden – so wie man aufhört zu rauchen, um Lungenkrebs zu verhindern.
Besonders kritisch ist, dass ein großer Teil der gesamten UV-Dosis eines Lebens bereits vor dem 20. Lebensjahraufgenommen wird. Daher ist Sonnenschutz in der Kindheit und Jugend besonders wichtig.
Sonne ja – aber nicht zum Bräunen
Die Botschaft lautet nicht, das Sonnenlicht komplett zu meiden. Gefährlich ist die gezielte Überexposition mit dem Ziel, braun zu werden. Aktivitäten im Freien wie Spazierengehen, Sport oder ein Cafébesuch im Schatten gelten als sicher – mit angemessener Kleidung, Sonnenbrille, Hut und Creme.
Empfehlungen der Fachleute:
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Zwischen 12 und 17 Uhr direkte Sonne meiden.
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Sonnencreme mit LSF 50, auch an bewölkten Tagen.
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Alle zwei Stunden nachcremen, auch nach dem Baden oder Schwitzen.
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Augen und Kopf mit geeigneten Mitteln schützen.
Sonnenbaden zum Bräunen ist kein harmloses Freizeitvergnügen, sondern eine Gewohnheit mit Gesundheitsrisiken. Selbst mit Creme bleibt es eine Belastung für die Haut.
