Redaktion Spanien Press
Spanien erlebt einen der kritischsten Waldbrandsommer der letzten Jahre. Besonders dramatisch ist die Lage derzeit in den Provinzen Cáceres und Ávila, wo Brände außer Kontrolle geraten sind. Hunderte Menschen mussten evakuiert werden, ganze Ortschaften wurden abgeriegelt. Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte am Mittwoch: „Wir befinden uns in einer Situation äußerster Gefahr.“
Ávila: Der schwerste Brand dieses Sommers in Kastilien und León
Das Feuer, das am Sonntagabend zwischen den Gemeinden Mombeltrán und Cuevas del Valle im Süden der Provinz Ávila ausbrach, hat sich in Richtung der Ortschaft El Arenal ausgebreitet. Dort wurde am Mittwoch eine Ausgangssperre verhängt, da dichter Rauch, Stromausfälle und unterbrochene Mobilfunkverbindungen die Lage verschärfen.
Die Flammen haben bereits die Nähe bewohnter Häuser erreicht. Im Einsatz sind neben regionalen Feuerwehren auch Kräfte der Militärischen Notfalleinheit (UME) sowie Unterstützung aus Madrid und Kastilien-La Mancha.
Der technische Einsatzleiter Ángel Iglesias erklärte, es gebe „nichts Positives zu berichten“. Sein Kollege Francisco Bolaños warnte vor Wetterumschwüngen, die das Verhalten des Feuers unberechenbar machen könnten. Bisher sind mindestens 600 Hektar betroffen, die Fläche nimmt weiter zu.
Ein Feuerwehrmann kam auf dem Weg zum Brandgebiet bei einem Verkehrsunfall ums Leben.
Las Hurdes (Extremadura): 200 Evakuierte und 2.500 Hektar betroffen
In der Region Las Hurdes (Provinz Cáceres) kämpfen Einsatzkräfte seit Dienstag gegen einen großflächigen Brand bei Caminomorisco. Sechs Weiler wurden vorsorglich evakuiert: Cambrón, Dehesilla, La Huerta, Avellanar, Robledo und Mesegal.
Laut Angaben des Innenministers von Extremadura, Abel Bautista, ist der südliche Brandabschnitt zu 40 Prozent eingedämmt. Sorgen bereitet jedoch die aktive Brandfront im Norden, die bei ungünstigem Wind in Richtung weiterer Siedlungen vorstoßen könnte.
Zwei Löschflugzeuge aus Andalusien (Plan Infoca) wurden zur Unterstützung entsandt. Beide Maschinen können jeweils über 3.000 Liter Wasser aufnehmen und in wenigen Sekunden über den Brandherden abwerfen.
Brandstiftung: Festnahmen in Ávila und Asturien
In Ávila wurde ein Mann festgenommen, der in einem brachliegenden Gebiet nahe eines Wohnviertels Feuer gelegt haben soll. Auch in Langreo (Asturien) hat die Polizei drei mutmaßliche Brandstifter gefasst. Sie sollen seit Mai mehrere Container- und Fahrzeugbrände verursacht haben. Der Sachschaden liegt bei über 10.000 Euro.
Eine angespannte Lage im ganzen Land
Landesweit sind derzeit mehr als 30 Waldbrände aktiv. Tausende Feuerwehrleute und Soldaten kämpfen gegen die Flammen. Die Wetterlage mit Hitze, Trockenheit und wechselnden Winden erschwert die Löscharbeiten erheblich.
Experten warnen, dass es Wochen dauern kann, bis Brände dieser Größenordnung vollständig gelöscht sind.
Terribles y tristes imágenes las que nos está dejando el #IFCuevasDelValle, declarado de IGR-2 y en el que se encuentran de nuevo trabajando 2 dotaciones de #BomberosAV, en el interfaz urbano forestal de #ElArenal, municipio que está confinado pic.twitter.com/V8xDcyZxGl
— Emergencias Ávila (@EmergenciaAvila) July 30, 2025
