Papst Franziskus, der am Ostermontag im Alter von 88 Jahren verstorben ist, genoss in Spanien ein durchweg positives Ansehen. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts SocioMétrica für die Zeitung El Español bewerteten die Spanier sein Pontifikat im Durchschnitt mit 6,6 von 10 Punkten.
Atheisten und Agnostiker bewerten sein Pontifikat am besten, mit einer Note von 6,7 – sogar noch höher als praktizierende Katholiken (6,3).
Ideologische Wahrnehmung: Franziskus klar auf der linken Seite
Die Umfrage zeigt auch, dass die Spanier Papst Franziskus eindeutig im linken Spektrum verorten. Auf einer Skala von 0 (extreme Linke) bis 10 (extreme Rechte) liegt er bei 1,6.
Sein Engagement für soziale Gerechtigkeit, seine Sprache der Inklusion und sein Einsatz für die Schwächsten finden vor allem bei Wählern linker und nationalistischer Parteien großen Anklang.
Anhänger der rechten Partei Vox sind hingegen die einzigen, die seine Arbeit negativ bewerten – sie geben ihm eine Note von 4,4.
Kein neues Phänomen: Schon 2015 bewunderten ihn die Atheisten
Diese Tendenz ist nicht neu.
Bereits 2015 zeigte eine andere Umfrage, dass Franziskus die beliebteste Persönlichkeit unter spanischen Atheistenwar – mit einer beeindruckenden Durchschnittsnote von 8,3.
In Katalonien: Hochachtung von Souveränisten und Progressiven
Auch in Katalonien genießt Papst Franziskus besonderes Ansehen.
Sein Aufruf zum Dialog während des Unabhängigkeitskonflikts und seine Sensibilität gegenüber der katalanischen Kultur haben ihm große Sympathien bei souveränistischen und progressiven Kreisen eingebracht.
Eine Persönlichkeit, die über den Glauben hinaus verbindet
Papst Franziskus hat etwas Außergewöhnliches erreicht: Er überwindet die Grenzen des Glaubens und wird sowohl von Gläubigen als auch von Nichtgläubigen bewundert.
Sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit, seine Vision einer menschlicheren Kirche und sein ständiges Eintreten für Dialog und Inklusion haben ihn zu einer Respektsperson in der spanischen Gesellschaft gemacht.
