Unter den Festgenommenen befindet sich auch die leibliche Mutter. Das Baby wurde den Sozialdiensten übergeben.
Madrid | 25. April 2025
Die spanische Nationalpolizei hat fünf Personen festgenommen – darunter die leibliche Mutter eines Neugeborenen –, die in Móstoles (Madrid) versucht haben sollen, ein Baby für 2.000 Euro an ein kinderloses Paar zu verkaufen. Die Ermittlungen wurden eingeleitet, nachdem die Mutter eine Anzeige erstattet hatte, die sich später als widersprüchlich herausstellte.
Anzeige wegen angeblicher Entführung
Im März erstattete die 37-jährige Mutter Anzeige und behauptete, eine Familie aus Córdoba habe ihre Tochter entführt und fordere 3.000 Euro für deren Rückgabe. Die polizeilichen Ermittlungen deckten jedoch auf, dass es bereits eine vorherige Vereinbarung über den Verkauf des Kindes gegeben hatte.
Die Frau hatte im November 2024 einen jungen Mann auf einer Feier in Madrid kennengelernt, der ihr anbot, sie nach Córdoba zu bringen und ihr während der Schwangerschaft zu helfen. Nach der Geburt wollte die Mutter mit dem Baby nach Madrid zurückkehren, wurde jedoch von der Familie vor Ort daran gehindert und unter Druck gesetzt.
Falsche Eintragung im Standesamt und Bargeldzahlung
Wie die Polizei ermittelte, gingen die Mutter und der Käufer gemeinsam zum Standesamt in Córdoba, wo der Mann als Vater des Kindes eingetragen wurde. Anschließend hob er 2.000 Euro ab und übergab das Geld an die Mutter. Danach wurde sie von einem weiteren Familienmitglied zurück nach Madrid gebracht.
Als sich die Frau später anders entschied und das Baby zurückhaben wollte, forderte die Familie nicht nur das Geld zurück, sondern verlangte zusätzlich 1.000 Euro für die Unterhaltskosten während ihres Aufenthalts.
Vorbelastung und strafrechtliche Konsequenzen
Bereits 2022 hatte die Staatsanwaltschaft für Minderjährige der Mutter das Sorgerecht für sechs weitere Kinder wegen Vernachlässigung entzogen. Nun wird ihr – ebenso wie den übrigen Beschuldigten – unter anderem Urkundenfälschung, Freiheitsberaubung, Vortäuschung einer Straftat und die Manipulation der Elternschaft vorgeworfen.
Das Baby wurde unter die Obhut der Sozialdienste der Junta de Andalucía gestellt. Alle Festgenommenen befinden sich nun in Händen der Justiz.
