Die diplomatische Krise zwischen Spanien und Israel spitzt sich weiter zu. Der israelische Kommunikationsminister Shlomo Karhi ordnete an, den Auftritt seines Landes beim Mobile World Congress (MWC) 2026 in Barcelona zu streichen – als Reaktion auf den angeblichen „Antisemitismus“ von Ministerpräsident Pedro Sánchez.
Redaktion Spanien Press
Der Schritt wurde schließlich vom Wirtschaftsminister Nir Barkat gestoppt, doch der Warnschuss bleibt im Raum. Beobachter werten die Episode als Teil eines möglichen „hybriden diplomatischen Angriffs“, mit dem Israel seine Missbilligung über Spaniens Anerkennung Palästinas im Jahr 2024 deutlich machen will.
Symbolischer Schlag gegen das Tech-Schaufenster
Der MWC in Barcelona gilt als wichtigste Messe der Mobilfunk- und Digitalindustrie weltweit. Ein Fernbleiben Israels hätte zwar wirtschaftlich nur geringe Folgen, wäre aber ein hochpolitisches Signal – und würde den Konflikt zwischen beiden Staaten international noch sichtbarer machen.
Beziehungen auf dem Tiefpunkt
Seit Spanien Palästina offiziell anerkannt hat, herrscht Eiszeit zwischen Madrid und Tel Aviv. Bereits 2024 hatte Israel seine Botschafterin aus Madrid zurückgerufen und der spanischen Regierung „Feindseligkeit“ vorgeworfen.
Der drohende MWC-Boykott reiht sich nun in eine Serie von diplomatischen Spannungen ein und zeigt, dass Israel auch auf wirtschaftlicher Ebene bereit ist, Druck auf Spanien auszuüben.
Warnungen aus der spanischen Politik
Auch in Spanien selbst wächst die Sorge. Enrique Santiago (Sumar) erklärte: „Man muss Netanyahu auch in Spanien fürchten. Er hat bereits einen Verbündeten der USA bombardiert.“ Seine Worte spiegeln die Angst wider, dass die Auseinandersetzung zwischen beiden Ländern weiter eskalieren könnte.
