Die Umgestaltung des Hafens von Málaga tritt in ihre entscheidende Phase ein: Mit dem Bau der Freizeithafenanlage San Andrés will die Hauptstadt der Costa del Sol ihren Platz auf der internationalen nautischen Landkarte sichern. Initiiert von einem Investmentfonds, der mit der königlichen Familie von Katar verbunden ist, soll das Projekt große Yachten anziehen und einen Raum schaffen, der Freizeit, Handel und nautische Dienstleistungen miteinander verbindet
Redaktion Spanien Press
600 Liegeplätze und 44 Millionen Euro Investition
Die Anlage wird über rund 600 Anlegeplätze verfügen und erfordert eine Anfangsinvestition von etwa 44 Millionen Euro. Ziel ist es, eine seit Jahren bestehende Nachfrage nach Liegeplätzen zu decken und gleichzeitig die Beziehung Málagas zu seiner Küste neu zu definieren – ähnlich wie Puerto Banús in Marbella.
Der Hafen wird neben dem zukünftigen Musikauditorium im Entwicklungsgebiet San Andrés entstehen und so eine direkte Verbindung zwischen der Marina und der Stadt schaffen. Die Idee: Ein urbanes Umfeld, in dem Einheimische und Besucher nautische Aktivitäten, Handel und Kultur an einem Ort genießen können.
Baustart 2025
Die endgültige Genehmigung des Bebauungsplans, die in dieser Woche veröffentlicht wurde, stellt den letzten Schritt vor der Baugenehmigung dar. Die Entwickler rechnen damit, dass die Arbeiten noch Ende 2025 beginnen. Die Bauzeit wird auf mindestens drei Jahre geschätzt, sodass die Eröffnung Ende 2028 oder Anfang 2029 erfolgen könnte.
Milliardenschwerer Wirtschaftseffekt
Die wirtschaftlichen Prognosen verdeutlichen die Dimension: Über die 50-jährige Konzessionsdauer soll die Marina einen geschätzten Einfluss von 782 Millionen Euro haben, was einem jährlichen Durchschnitt von 15,6 Millionen entspricht. Allein die Hafenbehörde könnte am Ende über 146 Millionen Euro an Gebühren und Abgaben einnehmen.
Offenes Design am Wasser
Der städtebauliche Entwurf sieht sieben eingeschossige Geschäftsgebäude entlang der West- und Südmole vor – mit Terrassen, Pergolen und Gärten. Zudem ist ein öffentlicher Parkplatz mit 451 Stellplätzen geplant. Ein Yachtclub und eine Segelschule sollen am südlichen Ende der Mole entstehen, während im Norden eine Trockendock- und Servicezone mit Werkstätten vorgesehen ist. Verwaltung und Betrieb werden in einer zentralen Kapitanerie mit Kontrollturmkoordiniert.
Ein neues Wahrzeichen für Málaga und die Costa del Sol
Mit diesem Projekt will Málaga sein eigenes Puerto Banús schaffen – einen Ort des Luxus und der Exklusivität, der internationalen Tourismus mit hoher Kaufkraft anzieht und das internationale Profil der Stadt stärkt. Über die nautische Dimension hinaus wird die Marina ein strategisches Gebiet von hohem wirtschaftlichem und touristischem Wert konsolidieren und das Hafenviertel über Jahrzehnte hinweg prägen.
Málaga hat sich bereits zu einer der emblematischsten Städte Spaniens entwickelt – dank seiner kulturellen Dynamik, seines attraktiven Wohnumfelds und seiner Fähigkeit, ausländische Investitionen anzuziehen. Mit Projekten wie der Marina San Andrés, so einige Analysten, könnte sich die Stadt in die Liga anderer internationaler Metropolen einreihen. Zudem, mit dem Ziel die Saisonabhängigkeit des Tourismus zu durchbrechen, sprechen manche Stimmen bereits davon, dass die Costa del Sol auf dem Weg sei, sich in ein Dubai des Mittelmeers zu verwandeln.
