Ein Jahr nach der verheerenden DANA, der Sturzflut, die am 29. Oktober 2024 große Teile der Provinz Valencia verwüstete, fand gestern ein feierliches Staatsbegräbnis für die Opfer statt. Doch während offizielle Reden Trost spenden sollten, herrscht bei vielen Betroffenen Wut und Enttäuschung.
Zahlreiche Selbstständige und Kleinunternehmer haben bis heute keine echte Unterstützung erhalten. Keine einzige Autonomenabgabe wurde erlassen, die ICO-Kredite müssen bereits zurückgezahlt werden, und die staatliche Bürokratie bremst die Erholung. Während die Politik zögert, kommen die wirksamsten Hilfen – wie so oft in Spanien – aus der Privatwirtschaft
Redaktion Spanien Press
„Nur Juan Roig (Mercadona) hat uns geholfen“
„Das hier ist mein DANA-Geschäft“, sagt Nany, eine Ladenbesitzerin aus Picaña, und zeigt auf die Wasserlinie an der Wand – fast drei Meter hoch. Sie verlor bei der Flut ihren Laden und zwei Angehörige. Erst vor einem Monat konnte sie ihr Geschäft wieder öffnen.
„Ich habe von vorne angefangen, mit dem Ersparten meiner Eltern. Ich zahle immer noch die alte und die neue Ladenmiete. Der Staat hat kein Erbarmen gezeigt. Nur Juan Roig hat wirklich geholfen – ohne zu zögern.“
Während elf Monaten ohne Einkommen zahlte Nany weiterhin regelmäßig ihre Autonomenbeiträge. „Die Regierung hat uns nichts erlassen. Selbst die Novemberrate, die man uns angeblich stunden wollte, wurde im April eingezogen“, sagt sie verbittert.
Aus Dankbarkeit stellte sie in ihrem neu eröffneten Laden ein kleines Altarbild für Juan Roig, den Präsidenten von Mercadona, auf – mit einem gerahmten Foto, einer Kerze und Blumen. „Er hat nicht geredet, sondern gehandelt“, sagt sie. „Während Minister Fotos machten, brachte sein Team Wasser, Essen und Hilfe. Das vergisst man nicht.“
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Private Hilfe statt staatlicher Unterstützung
Juan Roig gründete nach der Katastrophe die Initiative „Alcem-se!“ (Lasst uns aufstehen!), die über 100 Millionen Euro an Hilfsgeldern für Betroffene mobilisierte. Über seine Innovationsplattform Marina de Empresas erhielten Selbstständige und Kleinunternehmer direkte Zuschüsse, ohne komplizierte Anträge oder Rückzahlungspflichten.
Dank dieser Aktion konnten 4.600 Betriebe in 52 Gemeinden wieder öffnen – ein sichtbarer Kontrast zur schleppenden staatlichen Hilfe.
„Ohne Roigs Unterstützung hätte ich endgültig schließen müssen“, sagt Nany.
Ein Jahr später: Die Wunden bleiben offen
Der Staatliche Versicherungskonsortium zahlte viele Entschädigungen erst nach sechs Monaten und kürzte Beträge um zehntausende Euro – oft ohne Mehrwertsteuererstattung.
„Früher waren wir zu dritt, jetzt bin ich allein. Ich kann niemanden einstellen. Die sozialistische Regierung hat zwei Arbeitsplätze vernichtet“, sagt Nany mit fester Stimme.
Ein Jahr nach der DANA wird den Toten gedacht – doch viele der Lebenden fühlen sich im Stich gelassen.
Zwischen den Kränzen des Staatsakts und den brennenden Kerzen auf Nanys Altar bleibt ein bitterer Gedanke:
„Der Staat ehrt die Opfer – aber uns, die Überlebenden, hat nur ein Unternehmer geholfen, wieder aufzustehen.“
