Ein in der Provinz Saragossa tot aufgefundener Fuchs ist positiv auf Vogelgrippe getestet worden – der erste bestätigte Fall bei einem Säugetier in Spanien während der aktuellen Ausbreitungswelle. Die Behörden sehen darin kein alarmierendes Ereignis, aber ein deutliches Zeichen dafür, dass das Virus derzeit stark unter Wildvögeln zirkuliert
Redaktion Spanien Press
Die deutsche Tierärztin Úrsula Höfle, Forscherin am IREC der Universität Castilla-La Mancha, betont im Gespräch mit der Nachrichtenagentur EFE, dass der Fall „ein Hinweis, aber kein Grund zur Besorgnis“ sei. Der Fuchs dürfte sich angesteckt haben, nachdem er infizierte, bereits verendete Vögel gefressen hatte. „Eine Übertragung zwischen Säugetieren ist sehr schwierig. Das Gefährliche wäre eine Ausbreitung von Fuchs zu Fuchs – dafür gibt es keinerlei Anzeichen“, erklärt sie.
Keine Mutation, keine neue Variante – typisches Muster der Vogelgrippe
Laut Höfle gibt es keine Hinweise auf eine Mutation des Virus, die seine Anpassung an Säugetiere erleichtern würde. Der Fall entspreche dem Muster früherer Ausbrüche in Spanien und Europa. Bereits 2022 kam es in einer spanischen Nerzfarm zu Infektionen unter den Tieren, was jedoch eine Ausnahme blieb.
Risiko für Menschen weiterhin sehr gering
Experten und die spanischen Behörden bestätigen, dass das Infektionsrisiko für Menschen minimal ist. Eine Übertragung sei nahezu ausschließlich bei langer und intensiver Exposition gegenüber kontaminierten Ställen oder Geflügelbetrieben möglich. Mit Masken, Schutzanzügen und Handschuhen lasse sich das Risiko effektiv reduzieren.
Anstieg der Fälle in Europa und Spanien
Der jüngste Bericht des spanischen Landwirtschaftsministeriums vom 17. November 2025 meldet einen deutlichen Anstieg der Vogelgrippefälle bei Wildvögeln.
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Europa: 755 Nachweise seit dem 1. November
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Spanien: 17 neue Fälle, vor allem bei Kranichen, aber auch bei Reihern, Möwen und Weißstörchen
Die Experten erinnern: Die Vogelgrippe ist inzwischen in großen Teilen Europas quasi endemisch – und der Fall in Saragossa ist weniger eine Ausnahme als ein erneuter Hinweis auf diese Realität.
