Die spanische Regierung hat mit der Evakuierung von Staatsbürgern aus den gefährdeten Regionen des Nahen Ostens begonnen, um den mehr als 30.000 betroffenen Spaniern eine sichere Rückkehr zu ermöglichen. Ein erster Evakuierungsflug aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ist bereits auf dem Weg nach Madrid. Der Flug, betrieben von Etihad Airways, wird gegen 19 Uhr in Spanien erwartet. Weitere Flüge sind für die kommenden Tage geplant.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Erste Evakuierungen aus den Emiraten: Eine Herausforderung für Spanien
Der Flug aus Abu Dhabi nach Madrid ist nur der Beginn eines umfassenden Evakuierungsplans, der spanische Staatsbürger aus verschiedenen Krisengebieten des Nahen Ostens zurück nach Spanien bringen soll. Die spanische Regierung setzt alles daran, die größte Anzahl von Rückkehrern so schnell wie möglich zu evakuieren. José Manuel Albares, Minister für Auswärtige Angelegenheiten, betonte, dass die Operationen in der Region bereits in vollem Gange seien, obwohl er aus Sicherheitsgründen keine weiteren Details zu den laufenden Maßnahmen preisgab.
„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, so viele Spanier wie möglich zu evakuieren“, erklärte Albares in einer Pressekonferenz. Istanbul wird als Zwischenstopp genutzt, um mehrere Flüge zu koordinieren, die den spanischen Staatsbürgern helfen sollen, ihre Heimat zu erreichen.
Die größten Herausforderungen: Iran und die VAE
Die Komplexität der Evakuierung wird durch die unterschiedlichen politischen und sicherheitstechnischen Gegebenheiten in den betroffenen Ländern verstärkt. Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) stellen die größten Herausforderungen dar.
Im Iran leben nur rund 150 Spanier, deren Rückführung aufgrund der hohen politischen Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran selbst besonders heikel ist. Anders verhält es sich in den VAE, wo derzeit rund 13.000 Spanier leben, darunter viele Touristen und Geschäftsreisende. Der logistische Aufwand für ihre Evakuierung ist enorm.
Unter den spanischen Staatsbürgern in den Emiraten befindet sich auch der König emeritus, der seit 2020 in Abu Dhabi lebt. Minister Albares stellte klar, dass er keine Informationen über den Rückflug des Königs habe.
Verstärkung der diplomatischen Ressourcen für die Evakuierung
Die spanische Regierung hat ihre diplomatischen Ressourcen in der Region verstärkt, um die Evakuierungsoperationen effizienter durchführen zu können. Botschaften in den VAE, Saudi-Arabien und Oman werden mit zusätzlichem Personal und Materialien ausgestattet. Zudem wird eine Präsenz in Bahrain eingerichtet, um auch dort den spanischen Staatsbürgern vor Ort zu helfen.
Riad, die Hauptstadt Saudi-Arabiens, wird als zentrale Anlaufstelle für die Koordination der Evakuierung und die Unterstützung der Spanier in der Region dienen. Albares sprach auch von der unermüdlichen Arbeit der Botschafter und des diplomatischen Teams vor Ort und versprach, dass der Krisenstab des Außenministeriums rund um die Uhr erreichbar bleiben wird, um die Rückkehr aller spanischen Staatsbürger zu ermöglichen, die aus der Region evakuiert werden wollen.
Blick nach vorne: Weitere Evakuierungen geplant
Mit den bereits laufenden Evakuierungsflügen plant die spanische Regierung, die Rückführung ihrer Bürger in den kommenden Tagen und Wochen fortzusetzen. Weitere Flüge werden organisiert, um den hohen Rückkehrbedarf zu decken. Minister Albares betonte, dass alle notwendigen Maßnahmen getroffen werden, um den Spaniern die Rückkehr so schnell und sicher wie möglich zu ermöglichen.
