In den letzten Tagen sorgen die Ereignisse um die Flotilla Global Sumud, die versuchte, die Seeblockade vor Gaza zu durchbrechen, für diplomatische Spannungen und heftige politische Debatten in Spanien
Redaktion Spanien Press
Abfangaktion und Festnahmen
Die israelische Marine stoppte die Schiffe in internationalen Gewässern. An Bord befanden sich Aktivisten aus mehr als 30 Ländern – darunter rund 50 Spanier. Nach Angaben des spanischen Außenministeriums sind etwa 50 Staatsbürger noch in israelischer Haft, während ein Teil bereits zur Abschiebung vorbereitet wurde.
Israel hat zunächst 137 Aktivisten nach Türkei abgeschoben, allerdings ohne Spanier. Im Fall Spaniens zeigten die diplomatischen Bemühungen inzwischen Wirkung.
Rückführungen nach Madrid
Die spanische Regierung bestätigte, dass 21 der 49 Spanier bereits auf dem Weg nach Madrid sind. Unter ihnen befinden sich prominente Namen wie die ehemalige Bürgermeisterin Barcelonas Ada Colau und der ERC-Stadtrat Jordi Coronas.
Noch 28 weitere Spanier befinden sich in Israel, nachdem sie sich geweigert hatten, ihre freiwillige Abschiebung zu unterzeichnen. Unter ihnen sind Mitglieder der CUP, Podemos-Aktivisten, Gewerkschafter – und auch zwei ehemalige ETA-Mitglieder, was in Spanien für besondere Kontroversen sorgt.
Israel: Keine Hilfe an Bord
Die israelische Regierung bestreitet, dass die Schiffe irgendeine humanitäre Hilfe transportiert hätten. Nach israelischer Darstellung sei die Flotilla nichts weiter als eine propagandistische Aktion gewesen, um mediale Aufmerksamkeit zu erlangen.
Scharfe Kritik aus Madrid
Die Bürgermeisterin von Madrid ging noch weiter: Sie bezeichnete die Reise als „Urlaub“, der vor allem dazu gedient habe, mehr Follower auf Instagram zu gewinnen. Zudem spottete sie, dass – wäre Israel tatsächlich so gefährlich, wie die Aktivisten behaupten – die Boote niemals aus Barcelona Richtung israelische Küste gestartet wären. Ihr Fazit: „Das Ganze war nichts anderes als eine Parodie.“
Reaktionen und Kontroversen
Die Aktion Israels und die Zusammensetzung der Flotilla haben ein heftiges Echo ausgelöst:
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Internationale Proteste: In Spanien, Italien, Deutschland oder der Türkei kam es zu Demonstrationen zugunsten der Aktivisten.
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Kritik an den Teilnehmern: In Spanien löst die Anwesenheit von Parteifunktionären, Gewerkschaftern und Ex-ETA-Mitgliedern scharfe politische Diskussionen aus.
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Israelische Antwort: Das israelische Außenministerium verspottete die Aktivisten als „Passagiere der Hamas-Sumud auf ihren Yachten“ und betonte, dass sie „sicher und wohlauf“ seien.
Eine offene Krise
Die teilweise Abschiebung hat die Spannung etwas gemildert, doch eine Lösung steht noch aus. Die 28 Spanier, die weiterhin in Israel festgehalten werden, weigern sich nach wie vor, die freiwillige Ausreise zu unterzeichnen.
In Spanien selbst tobt inzwischen die Debatte: Zwischen jenen, die die Flotilla als humanitären Akt betrachten, und jenen, die sie als politisch-mediale Inszenierung ohne Substanz sehen – eine „Parodie“, die in einem diplomatischen Eklat mit Israel endete.
