Seit Jahren hörten die Bewohner eines Wohnhauses in Granada ein ständiges Summen, das ihren Alltag störte. Niemand wusste, woher es kam – bis sie schließlich einen Imker um Hilfe baten. Die Entdeckung war spektakulär: Auf dem Dach des Gebäudes verbarg sich ein riesiger Bienenstock mit mehr als 100.000 Honigbienen, der dort offenbar seit rund sieben Jahren unbemerkt existierte
Redaktion Spanien Press
Die Bergung stellte sich als kompliziert heraus. Um an das Nest zu gelangen, mussten die Arbeiter zunächst vier Mauern durchbrechen, da die Insekten die Hohlräume der Konstruktion geschickt genutzt hatten, um ihre Waben anzulegen. Anschließend begann der Imker mit der vorsichtigen Entfernung der Tiere. Mit einem speziellen Sauger und sanften Bewegungen verhinderte er, dass die Bienen in Panik gerieten – und schützte gleichzeitig die Anwohner.
Nach Einschätzung des Fachmanns hatte die Bienenkönigin in der Stadt Zuflucht gesucht, da landwirtschaftliche Flächen durch den intensiven Einsatz von Pestiziden immer unsicherer werden. In urbaner Umgebung fand das Volk bessere Bedingungen, auch wenn die Nachbarn jahrelang unter dem ohrenbetäubenden Summen litten.
Die vollständige Umsiedlung wird mindestens eine Woche dauern. Der Imker will die Tiere in einen Bienenstand bringen, wo sie ihre lebenswichtige Aufgabe der Bestäubung von Pflanzen und Kulturen fortsetzen können.
Für die Bewohner bedeutet die Aktion vor allem Erleichterung: Das mysteriöse Geräusch, das sie jahrelang begleitete, hat endlich eine Erklärung gefunden. Für die Bienen hingegen eröffnet sich eine neue Chance – fernab der Wohnhäuser, doch weiterhin mitten im Kreislauf der Natur.
