1. Oktober 2025
Lesezeit 2 Minuten

Unwetter trifft Ibiza und Formentera mit voller Wucht: Fünf Verletzte und zahlreiche Rettungseinsätze

Redaktion Spanien Press

Ein Tag im Ausnahmezustand auf den Balearen: Besonders Ibiza und Formentera wurden am Dienstag von der außertropischen Sturmfront heftig getroffen, die seit Sonntag den Osten Spaniens überzieht. Sintflutartige Regenfälle, überflutete Straßen, Stromausfälle, unterbrochene Verkehrswege und Dutzende Rettungseinsätze prägten das Bild auf den beiden Inseln.

Nach bisherigen Angaben wurden fünf Menschen verletzt, zwei davon schwer. Eine ältere Frau stürzte in einen offenen Gully, als sie eine Straße in der Stadt Ibiza überqueren wollte. Ein weiterer Passant verletzte sich bei einem ähnlichen Vorfall. Zudem erlitten drei Gäste des Hotels HT Vibra Tropical Garden Verletzungen, nachdem Felsbrocken zwei Stockwerke des Gebäudes beschädigt hatten. Die Feuerwehr musste sie befreien, einer der Betroffenen wurde mit dem Rettungswagen in eine Klinik gebracht.

Rote Wetterwarnung und Alarmmeldungen

Kurz vor Mittag stufte die spanische Wetterbehörde Aemet die Warnung von Orange auf Rot herauf – höchste Alarmstufe für extreme Regenfälle. Bis 16 Uhr blieb die Warnung bestehen. Der Zivilschutz verschickte Es-Alert-Nachrichten an alle Mobiltelefone auf Ibiza und Formentera, warnte eindringlich vor Überflutungen und riet, unnötige Fahrten zu vermeiden, tiefergelegene Räume zu verlassen und Abstand von Flussbetten und Senken zu halten.

Das Bildungsministerium sagte den Unterricht für den Nachmittag ab und empfahl Eltern, ihre Kinder erst später abzuholen. Für Mittwoch wurde der gesamte Schulbetrieb in der Gemeinde Ibiza ausgesetzt. Techniker und Architekten sollen in den kommenden Tagen alle Bildungseinrichtungen auf Ibiza und Formentera überprüfen, da viele Gebäude von Wasserschäden betroffen sind.

Verkehrschaos auf den Inseln

Die Hauptverkehrsadern der Insel kamen zeitweise völlig zum Erliegen. Die Umgehungsstraße E-10 blieb den ganzen Tag gesperrt, ebenso mehrere Zufahrten zur Hauptstadt aus Sant Antoni, Santa Eulària und von der Rotonda de Jesús. Auch der öffentliche Nahverkehr wurde aus Sicherheitsgründen eingestellt.

In Sant Antoni musste die Polizei die Schule Santísima Trinidad räumen, nachdem Wasser in die unteren Stockwerke eingedrungen war und die Stromanlage beschädigte. Im Gesundheitszentrum Can Misses kam es zu Rohrbrüchen und Lecks. Insgesamt zählten die balearischen Notdienste über 130 Vorfälle allein auf den Pityusen.

Militärische Unterstützung angefordert

Angesichts der dramatischen Lage bat die Regionalregierung um Hilfe der Militärischen Notfalleinheit (UME). Ein Kontingent wurde mit Hubschraubern aus Bétera (Valencia) eingeflogen, ein weiteres aus Dénia (Alicante) brachte schweres Gerät für Abpump- und Räumarbeiten.

Das Consell d’Eivissa appellierte an die Bevölkerung, im Notfall ausschließlich die 112 zu wählen, da die Leitungen der Feuerwehr den ganzen Tag überlastet waren.

Eine schwierige Nacht und ein Umgeleiteter Flug

Bereits in der Nacht hatten heftige Regenfälle für chaotische Zustände gesorgt. Innerhalb weniger Stunden fielen stellenweise über 100 Liter pro Quadratmeter. 61 Einsätze mussten allein auf Ibiza gefahren werden. Die Zufahrt zum Flughafen wurde überflutet und ein Flug aus Madrid musste nach Palma de Mallorca umgeleitet werden.

Valencia und Alicante kehren zur Normalität zurück

Während die Balearen am Dienstag am stärksten betroffen waren, beruhigte sich die Lage auf dem Festland langsam. In der Region Valencia meldeten die Behörden seit Sonntag rund 500 Zwischenfälle, vor allem überflutete Flussläufe und beschädigte Abwassersysteme.

In Picanya stürzte ein Stützmauerabschnitt am Barranco del Poyo ein. In Dénia fielen fast 70 Liter Regen pro Quadratmeter, woraufhin die Stadt vorsorglich Straßen in überflutungsgefährdeten Gebieten sperrte.


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