Zwei Feuerwehrleute haben ihr Geschlecht im Ausweis geändert, ohne Name oder Erscheinungsbild zu verändern – der Fall sorgt für Kritik bei Gewerkschaften und Institutionen
Barcelona
Zwei Feuerwehrmänner der Generalitat de Catalunya – einer aus dem Park Badalona, der andere aus Vic – haben offiziell das Geschlecht in ihrem spanischen Personalausweis (DNI) geändert. Nach Angaben aus dem Umfeld haben sie weder ihren Namen noch ihr äußeres Erscheinungsbild oder Verhalten angepasst.
Obwohl der Schritt rechtlich zulässig ist, hat er eine Welle der Kritik ausgelöst, die mittlerweile Gewerkschaften, feministische Gruppen und staatliche Stellen erreicht hat. Im Zentrum der Debatte steht ein möglicher missbräuchlicher Gebrauch des Trans-Gesetzes (Gesetz 4/2023) und dessen Auswirkungen auf Gleichstellungsmaßnahmen innerhalb der Feuerwehr.
Die Regierung Kataloniens hat in den Zugangstests zur Feuerwehr eine Frauenquote von 40 % eingeführt – Teil eines Plans zur Erhöhung des Frauenanteils in einem traditionell männlich geprägten Beruf. Genau diese Quote steht nun im Mittelpunkt der Diskussion.
Fünf Schlüsselpunkte zum besseren Verständnis des Falls
1. Rechtliche Geschlechtsänderung ohne medizinische Voraussetzungen
Seit Inkrafttreten des Gesetzes 4/2023 können Personen ab 16 Jahren ihr Geschlecht im Melderegister durch einfache Erklärung ändern – ohne ärztliche Gutachten, Hormontherapie oder Operation. Die beiden Feuerwehrleute haben diese Möglichkeit genutzt.
2. 40 % der Plätze für Frauen reserviert
Ziel dieser Maßnahme ist es, die Präsenz von Frauen im Feuerwehrdienst zu erhöhen. Die jüngsten Fälle werfen jedoch die Frage auf, ob solche Quoten durch strategische Geschlechtsänderungen umgangen werden können.
3. Keine äußeren Veränderungen
Beide Feuerwehrleute treten weiterhin mit männlichem Namen und Erscheinungsbild auf. Eine sichtbare Transition oder Verhaltensänderung ist nicht erkennbar – was innerhalb der Belegschaft für Unverständnis sorgt.
4. Innenministerium prüft Gegenmaßnahmen
Das katalanische Innenministerium prüft derzeit rechtliche Möglichkeiten, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern – ohne dabei das Recht auf Geschlechtsidentität einzuschränken. Denkbar ist etwa eine genauere Regelung bei Quotenregelungen im öffentlichen Dienst.
5. Geteilte Reaktionen innerhalb der Feuerwehr
Der Fall hat die Belegschaft gespalten. Während einige das individuelle Recht auf Selbstbestimmung betonen, warnen andere vor einer Aushöhlung der Gleichstellungspolitik. Auch feministische Gruppen äußern Kritik und fordern eine sorgfältige Prüfung der Regelungen.
