Der Flughafen Málaga-Costa del Sol soll ab 2029 umfassend umgebaut und erweitert werden. Das rund 1,5 Milliarden Euro teure Projekt soll die Kapazität auf bis zu 36 Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich sieben Jahre dauern.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Der Flughafen Málaga-Costa del Sol steht vor seiner bislang größten Modernisierung seit der Eröffnung des Terminals 3 im Jahr 2010. Nach aktuellem Zeitplan sollen die Bauarbeiten 2029 beginnen und rund sieben Jahre dauern. Das hat der neue Flughafendirektor Sergio Millanes angekündigt. Zuvor müssen allerdings noch die Planungen abgeschlossen sowie die Bauarbeiten ausgeschrieben und vergeben werden.
Insgesamt soll das Projekt rund 1,5 Milliarden Euro kosten. Davon sind mehr als 850 Millionen Euro bereits im Investitionsprogramm von Aena für den Zeitraum 2027 bis 2031 vorgesehen. Rund 570 Millionen Euro aus diesem ersten Paket sind für den eigentlichen Flughafenbetrieb eingeplant. Die restliche Summe soll in einem folgenden Investitionszeitraum bereitgestellt werden.
Flughafen soll auf 36 Millionen Passagiere vorbereitet werden
Mit dem Umbau soll Málaga langfristig auf weiter steigende Passagierzahlen vorbereitet werden. Die geplante Kapazität liegt bei rund 36 Millionen Reisenden pro Jahr. Der Flughafen verfügt derzeit über eine Kapazität von etwa 30 Millionen Passagieren.
Dabei geht es nicht ausschließlich darum, neue Flächen zu schaffen. Vielmehr sollen die bestehenden Abläufe neu organisiert und Engpässe innerhalb des Flughafens beseitigt werden. Nach Angaben von Millanes betrifft das praktisch alle Passagierströme – von der Sicherheitskontrolle über die Passkontrolle bis hin zu den Ankunfts- und Abflugbereichen. Einige Bereiche sollen dabei besonders deutlich vergrößert werden.
Sechsmal mehr Platz für Passkontrollen
Eine der größten Veränderungen betrifft die Passkontrolle. Der dafür zur Verfügung stehende Bereich soll sechsmal größer werden als bisher. Auch die Sicherheitskontrollen sollen deutlich ausgebaut werden. Vorgesehen ist eine Verdoppelung der Sicherheitsfilter. Gleichzeitig soll die Fläche für ankommende Passagiere auf das Dreifache wachsen.
Damit sollen vor allem jene Bereiche entlastet werden, in denen es bei hohen Passagierzahlen zu Engpässen kommen kann. Aena betrachtet die Kapazität des Flughafens nicht nur anhand der Gesamtzahl der Passagiere pro Jahr, sondern auch anhand der Leistungsfähigkeit einzelner Systeme pro Stunde.
Bei der Passkontrolle liegt diese theoretische Kapazitätsgrenze derzeit bei rund 9.800 Passagieren pro Stunde. Genau solche einzelnen Engpässe sollen durch die Erweiterung beseitigt werden.
Terminalfläche soll deutlich wachsen
Auch das Terminal selbst wird erheblich erweitert. Die derzeit rund 80.000 Quadratmeter große Terminalfläche soll auf etwa 140.000 Quadratmeter anwachsen. Damit würde sich die verfügbare Fläche dem langfristigen Ausbauziel deutlich annähern. Auch die kommerziell genutzten Bereiche innerhalb des Terminals könnten nach den bisherigen Planungen um rund 41 Prozent wachsen.
Gleichzeitig betont der Flughafendirektor, dass die zusätzliche Leistungsfähigkeit nicht allein durch neue Quadratmeter entstehen soll. Eine effizientere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur und eine bessere Steuerung der Passagierströme spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Auch Rollwege werden umgebaut
Nicht nur die Terminals stehen im Mittelpunkt des Projekts. Auch auf dem Vorfeld und zwischen den Start- und Landebahnen sind Veränderungen vorgesehen.
Ein bislang einspuriger Rollweg zwischen den beiden Pisten soll zweispurig ausgebaut werden. Dadurch könnten Flugzeuge künftig gleichzeitig in beide Richtungen rollen und sich an dieser Stelle kreuzen. Das soll die Abläufe auf dem Flughafengelände beschleunigen und die Kapazität des Flughafens insgesamt verbessern.
Málaga wächst weiter
Der Ausbau kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Flughafen bereits deutlich mehr Passagiere abfertigt. In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 wurden in Málaga 19,32 Millionen Passagiere gezählt. Das entspricht einem Anstieg von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein im August nutzten mehr als 3,05 Millionen Menschen den Flughafen.
Im Sommer wurden zudem an einzelnen Tagen mehr als 100.000 Passagiere registriert. Der bisherige Spitzenwert lag bei rund 107.000 Reisenden an einem einzigen Tag. Trotz dieser hohen Belastung habe der Flughafen bislang ohne größere Probleme funktioniert, erklärte Millanes.
Das Wachstum wird insbesondere vom internationalen Verkehr getragen. Im August entfielen rund 2,57 Millionen der kommerziellen Passagiere auf internationale Verbindungen – ein Plus von 7,9 Prozent gegenüber August 2025. Besonders stark vertreten waren unter anderem Großbritannien, Deutschland, Italien, Frankreich und die Niederlande.
Neue internationale Verbindungen im Blick
Parallel zur Erweiterung wächst das internationale Streckennetz. Der Flughafen verzeichnet laut Millanes praktisch jede Woche neue oder ausgebaute Verbindungen. Besonders interessant entwickelt sich dabei der Markt im Nahen Osten.
Auch die Verbindung zwischen Málaga und New York entwickelt sich nach Angaben des Flughafendirektors positiv. Die von United Airlines betriebene Strecke könne bei entsprechender Nachfrage künftig ausgebaut werden. Über zusätzliche Frequenzen oder eine längere Saison entscheidet allerdings die Fluggesellschaft.
Eine direkte Verbindung nach China bleibt dagegen zunächst offen. Derzeit konzentrieren sich chinesische Airlines bei ihren Spanien-Verbindungen vor allem auf Madrid und Barcelona.
Flughafen bleibt während der Bauarbeiten geöffnet
Eine besondere Herausforderung wird die siebenjährige Bauphase. Der Flughafen soll während der gesamten Arbeiten in Betrieb bleiben. Aena plant deshalb eine schrittweise Umsetzung. Neue Infrastruktur soll nach Möglichkeit zunächst entstehen, bevor bestehende Bereiche umgebaut oder ersetzt werden. Dadurch soll der laufende Flugbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Bereits bei der Ausschreibung der technischen Planung hatte Aena darauf hingewiesen, dass die Arbeiten bei laufendem Betrieb koordiniert werden müssen. Die konkrete Umsetzung wird deshalb in mehreren Bauabschnitten erfolgen.
Málaga bereitet sich auf die kommenden Jahrzehnte vor
Die Erweiterung soll nicht nur den aktuellen Passagierzahlen Rechnung tragen. Die Infrastruktur soll so geplant werden, dass sie auch das weitere Wachstum der Costa del Sol in den kommenden Jahrzehnten bewältigen kann.
Der aktuelle Zeitplan sieht deshalb zunächst mehrere Jahre für Planung, Ausschreibung und Vergabe vor. 2029 soll schließlich der eigentliche Bau beginnen. Danach dürften die Arbeiten etwa bis 2036 andauern.
Für Reisende bedeutet das langfristig mehr Abfertigungskapazität, größere Ankunfts- und Sicherheitsbereiche sowie modernisierte Abläufe. Für Málaga und die Costa del Sol ist das Projekt zugleich eine der größten Infrastrukturmaßnahmen der kommenden Jahre. Der Flughafen soll damit auf ein Verkehrsaufkommen vorbereitet werden, das angesichts des anhaltenden Wachstums bereits heute deutlich näher rückt.
