Mietdruck an der Costa del Sol: Immer mehr Nachfrage in Vélez-Málaga statt in der Provinzhauptstadt

Der spanische Mietmarkt verändert sich: Kleinere Städte gewinnen bei der Wohnungssuche an Bedeutung, während bezahlbarer Wohnraum zunehmend gefragt ist (Credit: KI generiert)

In 27 spanischen Provinzen weisen kleinere Gemeinden eine höhere relative Mietnachfrage auf als die jeweilige Provinzhauptstadt. In Málaga rückt Vélez-Málaga in den Fokus – während die Mieten dort deutlich steigen.

Redaktion Spanien Press

von Marlon Gallego Bosbach

Der angespannte Wohnungsmarkt in Spanien verändert zunehmend die Suche nach einer Mietwohnung. Weil Wohnraum in den großen Städten für viele Menschen immer schwerer bezahlbar wird, richtet sich die Nachfrage verstärkt auf kleinere Gemeinden und Orte im Umland. Eine aktuelle Auswertung des Immobilienportals Idealista zeigt, dass sich dieser Trend inzwischen in zahlreichen Provinzen des Landes beobachten lässt.

Auch an der Costa del Sol ist diese Entwicklung erkennbar. Besonders Vélez-Málaga rückt dabei in den Mittelpunkt. Die Stadt in der Axarquía, rund 35 Kilometer östlich von Málaga, weist laut der Auswertung eine besonders hohe relative Mietnachfrage auf. Gleichzeitig steigen die Angebotsmieten dort deutlich schneller als in der Provinzhauptstadt.

Kleinere Städte gewinnen bei der Wohnungssuche an Bedeutung

Nach den von Idealista ausgewerteten Daten liegt in 27 der 50 spanischen Provinzen mindestens eine kleinere Gemeinde bei der relativen Mietnachfrage vor der jeweiligen Provinzhauptstadt.

Die Entwicklung betrifft damit nicht nur die großen Ballungsräume. Auch außerhalb der bekannten Metropolen wird der Wettbewerb um verfügbaren Wohnraum intensiver. Wohnungssuchende orientieren sich zunehmend an Orten, die im Vergleich zu den großen Städten niedrigere Mietpreise bieten können.

Dabei ist wichtig: Die relative Nachfrage beschreibt das Verhältnis zwischen der Zahl der Interessenten und dem verfügbaren Angebot. Sie bedeutet nicht automatisch, dass in einer kleineren Gemeinde insgesamt mehr Wohnungen gesucht werden als in der Provinzhauptstadt.

Vélez-Málaga: Günstiger als Málaga, aber mit kräftigem Mietanstieg

In der Provinz Málaga steht Vélez-Málaga besonders im Fokus. Während die Angebotsmieten in Málaga-Stadt im August 2026 laut den im Bericht genannten Daten bei durchschnittlich 16,50 Euro pro Quadratmeter und Monat lagen, waren es in Vélez-Málaga rund 11,20 Euro.

Damit ist das Mietniveau in Vélez-Málaga weiterhin niedriger als in der Provinzhauptstadt. Der Abstand könnte für Wohnungssuchende ein wichtiger Faktor sein, die in Málaga keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Allerdings steigen die Mieten in der kleineren Stadt deutlich stärker. Für Vélez-Málaga wird ein jährlicher Anstieg von 15,2 Prozent genannt. In Málaga-Stadt betrug das Plus im selben Zeitraum 2,8 Prozent.

Die Zahlen zeigen, dass sich der Mietdruck nicht einfach auflöst, wenn Wohnungssuchende auf kleinere Städte ausweichen. Eine zunehmende Nachfrage kann auch dort das Preisniveau weiter nach oben treiben.

Ein landesweiter Trend – von Madrid bis Alicante

Die Verschiebung der Mietnachfrage ist laut Idealista in mehreren Regionen Spaniens zu beobachten. Auch im Umfeld von Madrid und Barcelona gewinnen kleinere Städte und Gemeinden an Bedeutung. Als Beispiele werden unter anderem Getafe bei Madrid und Cornellà de Llobregat bei Barcelona genannt. In der Provinz Alicante rückt Alcoy in den Blick: Dort lag die Angebotsmiete laut dem Bericht bei 8,40 Euro pro Quadratmeter, während Alicante-Stadt mit 13,90 Euro deutlich darüber lag.

Die Beispiele verdeutlichen, dass sich die Wohnungssuche zunehmend über die Grenzen der großen Städte hinaus erstreckt. Wie stark sich dieser Trend auf einzelne Gemeinden auswirkt, hängt jedoch auch davon ab, wie viele Wohnungen dort tatsächlich zur langfristigen Vermietung verfügbar sind.

Langfristige Mietwohnungen bleiben knapp

Neben der Nachfrage spielt auch das verfügbare Angebot eine zentrale Rolle. Nach den von Idealista ausgewerteten Daten ging die Zahl der angebotenen Wohnungen zur langfristigen Vermietung im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozent zurück. Gleichzeitig nahm das Angebot an saisonalen Mietverträgen um 13 Prozent zu. Saisonale Vermietungen machten demnach bereits 29 Prozent des gesamten spanischen Mietangebots aus.

Diese Entwicklung ist für Wohnungssuchende relevant, die eine dauerhafte Unterkunft benötigen. Saisonale Verträge sind in der Regel auf einen vorübergehenden Aufenthaltszweck ausgerichtet und bieten nicht automatisch eine langfristige Wohnlösung.

Die Zahlen allein belegen allerdings nicht, dass sämtliche saisonalen Mietverträge zur Umgehung des Mietrechts genutzt werden. Entscheidend sind jeweils der tatsächliche Vertragszweck und die konkreten Bedingungen.

Wohnungsdruck reicht zunehmend über die Großstädte hinaus

Die aktuelle Auswertung zeigt, dass die angespannte Lage auf dem spanischen Mietmarkt nicht auf Madrid, Barcelona oder Málaga beschränkt ist. Auch kleinere Städte geraten stärker in den Fokus von Wohnungssuchenden.

Für die Provinz Málaga ist Vélez-Málaga ein konkretes Beispiel: Die Stadt bietet zwar weiterhin niedrigere Angebotsmieten als Málaga, verzeichnet aber zugleich einen kräftigen Preisanstieg und eine hohe relative Nachfrage.

Damit stellt sich zunehmend die Frage, wie ausreichend bezahlbarer und langfristig verfügbarer Wohnraum nicht nur in den großen Städten, sondern auch in deren Umland und kleineren Gemeinden geschaffen und erhalten werden kann.

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