Barcelona führt den Markt für besetzte Wohnungen in Spanien an – Fast die Hälfte befindet sich in Katalonien
Die Zahl der zum Verkauf stehenden, illegal bewohnten Immobilien in Spanien wächst rasant. Besonders betroffen ist Katalonien: Dort befindet sich mehr als 43 % aller inserierten „okupierten“ Wohnungen. In Barcelona ist der Anteil dreimal so hoch wie in Madrid.
Der Verkauf von besetzten Wohnungen ist längst kein Randphänomen mehr auf dem spanischen Immobilienmarkt. Laut dem Immobilienportal Idealista werden derzeit rund 20.000 Wohnungen mit illegalen Bewohnern zum Verkauf angeboten – allein auf dieser Plattform. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch noch deutlich höher liegen.
Katalonien sticht dabei besonders hervor: Mit 8.883 betroffenen Immobilien verteilt auf vier Provinzen macht die Region 43,45 % aller inserierten besetzten Wohnungen in Spanien aus. Spitzenreiter ist Barcelona mit 6.778 Objekten, gefolgt von Girona (1.101), Tarragona (810) und Lleida (194). Besonders auffällig: In Barcelona sind 7,6 % aller zum Verkauf stehenden Immobilien besetzt – mehr als das Dreifache des Anteils in Madrid (2,3 %), der sogar unter dem Landesdurchschnitt von 2,6 % liegt.
Das Problem reicht weit über Katalonien hinaus
Auch andere Regionen verzeichnen eine zunehmende Zahl an „okupierten“ Immobilien:
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Andalusien: 3.386 Objekte (davon 1.130 in Málaga)
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Madrid: 1.389
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Valencia: besonders Alicante mit 2.271
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Murcia: 1.236
Am wenigsten betroffen sind Regionen wie:
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La Rioja: 33 Immobilien
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Navarra: 68
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Kantabrien: 121
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Extremadura: 139
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Asturien: 191
Günstiger Preis – neue Chance für risikofreudige Käufer?
Besetzte Wohnungen werden oft weit unter Marktwert angeboten – und genau das weckt Interesse bei Investoren. Sollte sich der Gesetzesvorschlag der Partei Junts durchsetzen – dieser sieht Räumungen innerhalb von 48 Stunden vor – könnte sich daraus eine lukrative, wenn auch heikle Investitionsmöglichkeit entwickeln.
Was auf den Immobilienportalen sichtbar wird, ist ein Spiegelbild einer tiefer liegenden sozialen und rechtlichen Krise. Barcelona steht im Zentrum dieses neuen Trends – zwischen Marktlogik, politischer Debatte und gesellschaftlicher Sprengkraft.

Wer illegal eine Immobilie besetzt, Miete prellt, Strom und Wasser klaut, muss damit rechnen, dass Investoren harte Bandagen einsetzen, um diese Besetzer aus den frisch erworbenen Immobilien herauszubekommen.
Wenn dieser bislang staatlich geduldete Rechtsbruch nun durch Hilfe des Marktes vielleicht sogar schneller als erwartet beseitigt werden kann, könnte dies auch ein Beitrag dazu sein, wieder für die redlichen Mieter bezahlbaren Wohnraum auf den Markt zu bringen. Für Schnorrer und nicht-Zahler darf es keine Wohnungen geben, die eigentlich redlichen Mietern und Bürgern zustehen sollten.