Mehr als ein Jahrhundert nach dem Anschluss an die USA fordert eine Bewegung in Puerto Rico die Rückkehr zu Spanien – als autonome Gemeinschaft wie die Kanaren oder Balearen.
Redaktion Spanien Press
Madrid – 18. Juni 2025
Puerto Rico war über 400 Jahre lang eine spanische Provinz. Heute, mehr als ein Jahrhundert nach dem Übergang an die Vereinigten Staaten, schlägt eine kulturell-politische Bewegung etwas ebenso Kühnes wie Ungewöhnliches vor: Wieder Teil Spaniens zu werden – als autonome Gemeinschaft, ähnlich wie es die Kanarischen Inseln sind.
Die Initiative, angeführt von der Gruppe Adelante Reunificacionistas, will eine Debatte über die politische Zukunft der Karibikinsel neu entfachen und bietet eine radikale Option: die Wiedervereinigung mit Spanien.
Warum will Puerto Rico zurück nach Spanien?
Im Jahr 1897 erhielt Puerto Rico eine Autonomiekarte, die es zur ersten autonomen Gemeinschaft Spaniens machte. Doch bereits ein Jahr später änderte der Spanisch-Amerikanische Krieg alles: 1898 fiel die Insel an die Vereinigten Staaten. Seitdem lebt Puerto Rico mit einem Sonderstatus als „Freier Assoziierter Staat“ – mit teilweiser Selbstverwaltung, aber ohne vollständige Souveränität oder ein Stimmrecht im US-Kongress.
„Puerto Rico wollte sich nie von Spanien trennen. Die Entscheidung wurde uns nach einem Krieg aufgezwungen“, sagt José Lara, Vorsitzender von Adelante Reunificacionistas.
Wer sind die Adelante Reunificacionistas?
Gegründet im Jahr 2017 begann diese Gruppe als kulturelle Vereinigung, tritt heute aber offen für die Wiedereingliederung Puerto Ricos als spanische autonome Gemeinschaft ein. Laut eigenen Angaben würden etwa 13 % der Bevölkerung diesen Schritt befürworten.
Zu ihren Hauptargumenten gehören:
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Die spanische Sprache als Hauptsprache der Insel
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Die Bewahrung hispanischer Traditionen
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Der Wunsch nach sozialen und politischen Rechten, die die USA nicht garantieren
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Der politische Ausschluss Puerto Ricos aus dem US-amerikanischen Wahlsystem
Ist eine Rückkehr zu Spanien überhaupt möglich?
Die Hürden für diesen Plan sind erheblich:
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Die US-Gesetzgebung erlaubt keine einfache Abtretung von Territorien – ein komplexer rechtlicher und diplomatischer Prozess wäre nötig.
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Adelante Reunificacionistas dürfen sich nicht als politische Partei registrieren.
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Die Bewegung beklagt eine mediale Blockade und geringe Sichtbarkeit in Puerto Rico.
Trotzdem hat sie ihre Vorschläge dem Entkolonialisierungsausschuss der UNO vorgelegt und arbeitet mit der Asociación Acción Puerto Rico España mit Sitz in Madrid zusammen.
„Puerto Rico war schon einmal eine autonome Gemeinschaft. Wir wollen nur den Status zurück, den wir nach der US-Invasion verloren haben“, erklärt Luis Mulio, Präsident der Vereinigung.
Was würde Spanien durch eine Wiedervereinigung gewinnen?
Aus Sicht der Initiatoren gäbe es Vorteile für beide Seiten:
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Puerto Rico würde Teil der Europäischen Union, mit Zugang zu Fördergeldern, öffentlichen Dienstleistungen und Arbeitsschutzrechten.
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Spanien würde seine institutionelle Präsenz in der Karibik ausbauen und seine geopolitische Rolle in Lateinamerika stärken.
Eine offene Debatte: Utopie oder reale Möglichkeit?
Dass Puerto Rico die 18. autonome Gemeinschaft Spaniens wird, erscheint aktuell zwar unwahrscheinlich – doch in einer Zeit, in der politische Identitäten neu verhandelt werden, hat der Vorschlag zumindest eine längst vergessene Diskussion wiederbelebt.
Die Zukunft Puerto Ricos ist offen. Doch was einst als undenkbar galt, ist heute zumindest vorstellbar geworden.

Ein sehr guter Artikel und da sehr viele Einfluesse der canarios in Puerto Rico bestehen waere es sicher schoen, wenn Puerto Rico ein Teil von Spanien und daher auch mit den Kanaren wieder eine Einheit bilden wuerde. Denn, speziell bei trump kann man sehen, dass Puerto Rico und die Puertorriqueños nicht als US Buerger gesehen werden. Also waeren sie warscheinlich kulturell wie auch sozial wesentlich besser bei Spanien aufgehoben.