Nach dem ungewöhnlich milden und frühlingshaften Start in die Woche steht Spanien nun vor einer deutlichen Wetterwende. Ein Kälte- und Wolkenband aus dem Atlantik rückt vor, bringt kühlere Temperaturen, Niederschläge und Saharastaub (Calima) mit sich und beendet damit vorerst den kurzen Vorgeschmack auf Frühling. Gleichzeitig bahnt sich eine weitere DANA – ein isoliertes Höhentief – für den Wochenbeginn an, was die Unbeständigkeit des Wetters noch verstärken könnte.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Steiler Temperatursturz am Wochenende
Spanien verabschiedet sich langsam von den überdurchschnittlich milden Temperaturen der letzten Tage. Meteorologische Modelle zeigen, dass ein Atlantik-Frontsystem von Nordwesten her die Halbinsel erreicht und spürbar kühlere Luftmassen heranführt. Vor allem im Nordwesten und im Landesinneren werden die Tageshöchstwerte am Samstag deutlich sinken: In vielen Teilen liegen sie nur noch zwischen 10 und 15 °C, deutlich unter den Werten, die noch vor wenigen Tagen gemessen wurden.
Diese Umstellung ist für Ende Februar nicht ungewöhnlich, aber sie markiert das Ende des kurzen frühlingshaften Intermezzos, das viele Regionen Spaniens in der Woche erlebten.
Schauer und Niederschlag – vor allem im Norden und Osten
Mit dem Vorstoß der kühleren Luft steigt zugleich die Wahrscheinlichkeit für Regenschauer und lokale Schauer – insbesondere im Norden und Nordosten Spaniens. Regionen wie Galicien, Kantabrien, das Ebro-Becken und Teile Kataloniens müssen mit teils stärkerer Bewölkung und vereinzeltem Regen rechnen, vor allem am Samstag und Sonntag.
Meteorologen erwarten, dass sich diese Wetterlage im Laufe des Wochenendes weiter fortsetzt, bevor sich die Temperaturen eventuell wieder stabilisieren.
Calima: Saharastaub in der Luft
Ein weiterer faszinierender, aber auch herausfordernder Aspekt der aktuellen Wetterlage ist der Calima, der durch Saharastaub verursacht wird. Dieses Wetterphänomen entsteht, wenn trockene Winde aus der Sahara große Mengen feinen Sandes und Staubpartikel über das Mittelmeer und das spanische Festland transportieren.
Calima verändert den Himmel sichtbar: Die Atmosphäre wird getrübt, die Sonne erscheint oft milchig oder schwach, und es entsteht eine staubige, trockene Luftschicht, die sich über große Teile Spaniens erstrecken kann. Besonders betroffen sind häufig der Südosten, die Balearen, Ceuta, Melilla und die Kanarischen Inseln.
Gesundheitshinweis: Saharastaub kann die Luftqualität verschlechtern und die Atemwege reizen – insbesondere für Menschen mit Asthma, chronischen Atemwegserkrankungen, ältere Menschen und Kinder. AEMET und Gesundheitsexperten empfehlen dann, Aktivitäten im Freien einzuschränken, Fenster geschlossen zu halten und im Zweifelsfall Schutzmasken zu verwenden.
Drohende neue DANA
Meteorologische Modelle deuten darauf hin, dass in der Woche nach dem Wochenende eine neue DANA entstehen könnte, ein isoliertes Höhentief in der Höhe, das für weitere Wetterunruhe sorgen würde. Solche Systeme können weitere Niederschläge, Gewitter und deutliche Temperaturschwankungen mit sich bringen, bevor sie sich schließlich verlagern oder auflösen.
Eine erneute DANA würde die instabile Wetterlage über Spanien fortsetzen – erstmals seit der jetzigen Umstellung – und könnte insbesondere in den inneren Landesteilen und im Südwesten zu starken Niederschlägen führen.
Wechselhaftes Wetter statt Frühling
Spanien muss sich für die kommenden Tage auf eine dynamische Wetterlage einstellen, in der mehrere Elemente zusammenkommen:
-
Temperatursturz nach dem kurzen milden Frühlingseindruck
-
Niederschläge und Schauer, vor allem im Norden und Osten
-
Calima mit Saharastaub über weiten Landesteilen
-
Mögliche neue DANA ab Wochenbeginn
Diese Kombination macht die kommenden Tage meteorologisch spannend und fordert sowohl die Wetterdienste als auch die Bevölkerung heraus, sich flexibel auf wechselnde Bedingungen einzustellen.
