21. September 2026
Lesezeit 3 Minuten

Schon immer vom Wilden Westen geträumt? In Spanien können Sie jetzt Ihre eigene Westernstadt kaufen

KI generiert

Ein Saloon, das Büro des Sheriffs, staubige Straßen, Filmkulissen und mehr als 85.000 Quadratmeter mitten in der Wüste von Tabernas: Western Leone, eine der legendären Westernkulissen Spaniens, steht zum Verkauf. Preis: 1,6 Millionen Euro. Und dabei handelt es sich keineswegs um einen modernen Freizeitpark – hier drehte Sergio Leone Filmgeschichte.

Redaktion Spanien Press

Haben Sie schon einmal davon geträumt, alles hinter sich zu lassen, die Cowboystiefel anzuziehen und im Wilden Westen zu verschwinden?

Dann müssen Sie weder nach Arizona noch nach Texas ziehen.

Almería reicht vollkommen aus.

Denn mitten in der spektakulären Landschaft von Tabernas steht tatsächlich eine komplette Westernstadt zum Verkauf.

Ihr Name: Western Leone.

Der Preis: 1,6 Millionen Euro.

Dafür bekommt der zukünftige Besitzer allerdings etwas, das auf dem spanischen Immobilienmarkt nicht gerade alltäglich ist: rund 85.700 Quadratmeter Grundstück, etwa 1.880 Quadratmeter bebaute Fläche – und einen Ort, der Teil der europäischen Filmgeschichte ist.

Hier drehte Sergio Leone

Western Leone, früher auch als Rancho Leone bekannt, entstand Ende der 1960er-Jahre für die Dreharbeiten zu Sergio Leones legendärem Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ (Once Upon a Time in the West).

Der Film mit Claudia Cardinale, Charles Bronson und Henry Fonda gehört heute zu den großen Klassikern der Filmgeschichte.

Wer Western Leone kauft, erwirbt also nicht einfach ein paar Gebäude, die irgendwann im Westernstil errichtet wurden.

Er kauft ein echtes Stück Kinogeschichte.

Noch heute erinnern die staubigen Straßen, Holzfassaden, der Saloon, das Sheriffbüro und die übrigen Kulissen an jene Zeit, als Almería für Hollywood zum amerikanischen Westen wurde.

Und auch Jahrzehnte später wurde hier weiter gedreht. Unter anderem nutzte Pedro Almodóvar den Ort für seinen Kurzfilm „Strange Way of Life“.

Von 2,8 Millionen auf 1,6 Millionen Euro

Interessant ist auch die Entwicklung des Verkaufspreises.

Bereits 2022 wurde Western Leone zum Verkauf angeboten – damals noch für rund 2,8 Millionen Euro.

Später sank der Preis auf etwa 2,5 Millionen.

Jetzt soll die Westernstadt für 1,6 Millionen Euro einen neuen Besitzer finden.

Eine erhebliche Preisreduzierung für eine Immobilie, für die es kaum Vergleichsobjekte geben dürfte.

Denn hier kauft man nicht einfach Quadratmeter.

Man kauft einen Namen.

Eine Filmkulisse.

Eine touristische Attraktion.

Und mehr oder weniger eine ganze Westernstadt.

Was macht man eigentlich mit einer eigenen Westernstadt?

Das dürfte für einen möglichen Käufer die spannendste Frage sein.

Western Leone kann weiterhin touristisch und für Filmproduktionen genutzt werden. Denkbar sind außerdem Veranstaltungen, Themenhochzeiten, Konzerte, Fotoshootings, Werbeproduktionen, Musikvideos oder andere audiovisuelle Projekte.

Wer allerdings bereits davon träumt, mitten in der Wüste ein riesiges Hotelresort zu errichten, sollte vorsichtig sein.

Das Gelände ist als ländlicher beziehungsweise nicht regulär bebaubarer Grund eingestuft und befindet sich in einem geschützten Naturraum. Damit gelten erhebliche baurechtliche Einschränkungen.

85.000 Quadratmeter Land bedeuten hier also keineswegs, dass der neue Besitzer darauf nach Belieben bauen darf.

Doch vielleicht liegt genau darin ein Teil des Wertes dieses außergewöhnlichen Ortes.

Western Leone besitzt bereits etwas, das man selbst mit sehr viel Geld nur schwer künstlich erschaffen kann:

Geschichte und Identität.

Als Almería zum Hollywood Europas wurde

Für viele Deutsche, die heute in Spanien leben, dürfte kaum vorstellbar sein, welche Bedeutung Almería einst für die internationale Filmindustrie hatte.

Vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren verwandelte sich die Provinz in eine der wichtigsten europäischen Kulissen für Westernfilme.

Die karge Landschaft rund um Tabernas konnte auf der Leinwand problemlos Arizona, New Mexico, Texas oder Mexiko darstellen.

Internationale Filmstars, Regisseure und große Produktionsgesellschaften kamen nach Andalusien.

Hunderte Western wurden in der Region gedreht.

Ausgerechnet eine der trockensten Landschaften Europas wurde damit für einige Jahre zu einer Art Hollywood unter der andalusischen Sonne.

Einige der damals entstandenen Kulissen haben die Jahrzehnte überlebt.

Western Leone gehört dazu.

„Ich habe mir ein Dorf in Spanien gekauft“

Zugegeben: Das wäre vermutlich eine der ungewöhnlicheren Antworten auf die Frage, was man gerade so macht.

Für 1,6 Millionen Euro bekommt man in Marbella heute eine schöne Villa.

In Madrid vielleicht eine luxuriöse Wohnung.

Und in Almería?

Eine Westernstadt.

Mit Saloon.

Mit Sheriffbüro.

Mit staubigen Straßen.

Mit mehr als 85.000 Quadratmetern Land.

Und mit über einem halben Jahrhundert Filmgeschichte.

Wer also schon immer davon geträumt hat, einmal selbst im Wilden Westen zu leben, bekommt jetzt tatsächlich die Gelegenheit dazu.

Es gibt eigentlich nur ein kleines Problem:

Man sollte die 1,6 Millionen Euro zusammenhaben, bevor ein anderer Cowboy auf dieselbe Idee kommt.

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