Sevilla erlebt derzeit eine angespannte Wetterlage: Starker Wind und anhaltende Regenfälle haben die Behörden auf erhöhte Alarmbereitschaft gebracht und Teile der berühmten Giralda, dem Glockenturm der Kathedrale, beschädigt. Gleichzeitig steigen die Pegel der Flüsse, und die Muro de Defensa wurde vorsorglich geschlossen, um die Sicherheit von Bewohnern und Besuchern zu gewährleisten.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Absturz an der Giralda
Am Morgen des 5. Februar 2026 alarmierte die Policía Local von Sevilla die Einsatzkräfte, nachdem sich ein dekoratives Element der Giralda gelöst und auf den Boden der Plaza Virgen de los Reyes gestürzt hatte. Es handelte sich um eine „jarra de azucenas“, eine kandelaberähnliche Vase mit Eisenblumen, die zum oberen Abschluss des Turms gehört. Diese Vasen wurden bereits im 18. Jahrhundert angebracht und symbolisieren die Reinheit der Jungfrau Maria.
Die Polizei sperrte den Bereich rund um die Plaza Virgen de los Reyes und die angrenzende Calle Alemanes vorsorglich ab, um die Sicherheit von Fußgängern und Touristen zu gewährleisten. Techniker der Stadt führten bereits eine erste Sichtprüfung durch. Weitere Inspektionen sollen folgen, um mögliche zusätzliche Risiken für die Struktur zu bewerten. Trotz der Absperrungen bleibt die Giralda für Besucher geöffnet, wobei der unmittelbare Bereich um den Turm nicht zugänglich ist.
Experten führen den Absturz auf die Sturmböen des Tiefs „Leonardo“ zurück, das Sevilla heute mit starkem Regen und Wind belastet. Trotz des Vorfalls kam es bisher zu keinen Verletzten.
Una de las jarras de azucenas de la Giralda de Sevilla se ha desprendido aproximadamente a las 6:15 de esta mañana a causa de las condiciones meteorológicas adversas.
El Cabildo Catedral está pendiente para iniciar su restauración pic.twitter.com/D6tSdQyHHz
— Luz de Pasión (@luzdepasion) February 5, 2026
Sturmlage, Hochwasser und Straßensperrungen
Parallel zu den Schäden an der Giralda verschärft das Tief Leonardo die allgemeine Wetterlage in Sevilla. Die Behörden überwachen die Flussläufe und Zuflüsse der Stadt intensiv, da anhaltender Regen die Wasserstände steigen lässt und das Risiko von Überschwemmungen erhöht.
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In mehreren Gebieten, darunter El Coronil und Écija, wurden vorsorgliche Evakuierungen durchgeführt, um gefährdete Bewohner zu schützen.
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Straßen wie der Camino de Los Indios sind aufgrund hoher Wasserstände und starker Winde teilweise beeinträchtigt.
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Die historische Muro de Defensa wurde vorsorglich geschlossen, um die öffentliche Sicherheit angesichts der steigenden Wasserstände zu gewährleisten.
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Polizei, Guardia Civil und städtische Dienste halten Alarmbereitschaft aufrecht und sichern gefährdete Gebiete ab.
Bisher wurden keine schweren Zwischenfälle gemeldet, doch die Wetterwarnungen für Wind und Regen bleiben in Kraft, während die Bevölkerung zu Vorsicht aufgerufen wird.
Ein Stadtbild zwischen Normalität und Risiko
Der Vorfall an der Giralda zeigt die Verwundbarkeit historischer Bauwerke in urbanen Zentren angesichts extremer Wetterlagen. Gleichzeitig verdeutlichen steigende Flusspegel, Überschwemmungsrisiken und die Schließung der Muro de Defensa die Notwendigkeit einer präventiven Stadtplanung und eines koordinierten Katastrophenschutzes.
Die Stadtverwaltung setzt auf eine Kombination aus Sicherheitsmaßnahmen und präventiver Überwachung, um Schäden zu begrenzen und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Evakuierungen, Straßensperrungen und kontinuierliche Wetterbeobachtungen sollen sicherstellen, dass die Risiken durch Wind, Regen und Hochwasser minimiert werden.
Ausblick
Während die Behörden die Situation in Sevilla im Blick behalten, bleibt klar: Sturm, Regen und historische Bausubstanz stellen eine kontinuierliche Herausforderung für die Stadt dar. Die Ereignisse unterstreichen, wie wichtig eine frühzeitige Warnung, präventive Maßnahmen und technische Inspektionen sind, um Schäden zu vermeiden und die Sicherheit der Bürger zu garantieren.
Die kommenden Tage werden entscheidend sein, um sowohl die Giralda und andere historische Bauwerke als auch die städtische Infrastruktur und die Muro de Defensa vor weiteren Wetterextremen zu schützen.