Redaktion Spanien Press
Neue Tonaufnahmen, die von der Guardia Civil (UCO – Zentrale Operative Einheit) veröffentlicht wurden, sorgen derzeit in Spanien für große Empörung. In den Mitschnitten unterhalten sich der ehemalige sozialistische Minister José Luis Ábalos und sein Ex-Berater Koldo García auf abfällige Weise über ein angebliches “Casting” von Prostituierten. Sie sprechen über Frauen wie „Ariatna“ oder „die neue Kolumbianerin“ und tauschen sich darüber aus, wie man sie „weitergeben“ könne.
Der Skandal sorgt nicht nur wegen des frauenverachtenden Tons für Aufsehen, sondern auch, weil sowohl Ábalos als auch seine Partei, die PSOE, sich stets als Verfechter des Feminismus präsentiert haben. Ábalos selbst nahm regelmäßig an öffentlichen Veranstaltungen zur Gleichstellung der Geschlechter teil.
Die Gespräche sind Teil der Ermittlungen im Rahmen des sogenannten „Fall Koldo“, einer der größten Korruptionsaffären der letzten Jahre in Spanien. Besonders brisant: Beide Männer gehörten zum engsten Umfeld von Regierungschef Pedro Sánchez, der sich bislang weigert, politische Konsequenzen zu ziehen oder zurückzutreten – trotz wachsendem öffentlichen Druck und zahlreicher Rücktrittsforderungen durch die Opposition.
Die neuen Enthüllungen verstärken den Eindruck einer tiefen Kluft zwischen politischem Anspruch und persönlichem Verhalten – und erschüttern erneut das Vertrauen in die politische Elite Spaniens.
