Nach dem massenhaften Grenzübertritt nach Ceuta überprüfen die spanische Policía Nacional und die Guardia Civil weiterhin die Identität Tausender Menschen. Nach Angaben von Polizeiquellen, auf die sich spanische Medien berufen, sollen sich unter den Eingereisten auch rund zehn Personen befinden, die bereits zuvor wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Dschihadismus aus Spanien ausgewiesen worden waren. Eine offizielle Bestätigung dieser Zahl liegt bislang jedoch nicht vor
Redaktion Spanien Press
Die Sicherheitsbehörden in Spanien stehen nach den dramatischen Ereignissen in Ceuta vor einer weiteren Herausforderung. Neben der Bewältigung der Migrationskrise geht es zunehmend um die Frage, wer tatsächlich nach Spanien gelangt ist und ob sich darunter Personen befinden, die den Sicherheitsbehörden bereits bekannt sind.
Policía Nacional und Guardia Civil werten dazu derzeit umfangreiches Bild- und Videomaterial aus. Aufnahmen von Überwachungskameras sowie Fotos und Videos der massenhaften Grenzübertritte sollen mit vorhandenen Datenbanken abgeglichen werden.
Rund zehn Personen im Fokus der Ermittler
Nach Angaben von Polizeiquellen, die von spanischen Medien zitiert werden, sollen bei diesen Überprüfungen bislang etwa zehn Personen aufgefallen sein, die bereits in der Vergangenheit aus Spanien ausgewiesen worden waren.
Der besonders brisante Punkt: Die früheren Ausweisungen sollen im Zusammenhang mit mutmaßlichen Verbindungen zum Dschihadismus erfolgt sein.
Diese Angaben sind derzeit allerdings mit Vorsicht zu behandeln. Weder das spanische Innenministerium noch Policía Nacional oder Guardia Civil haben die Zahl von rund zehn Personen bislang in einer öffentlichen offiziellen Mitteilung bestätigt.
Die Ermittlungen dauern an. Sicherheitskreise schließen demnach nicht aus, dass bei der weiteren Auswertung des Materials zusätzliche Personen identifiziert werden könnten, die den Behörden bereits bekannt sind oder in sicherheitsrelevanten Datenbanken geführt werden.
Tausende Identitäten müssen überprüft werden
Die außergewöhnliche Dimension der Ereignisse erschwert die Arbeit der Sicherheitskräfte erheblich. Innerhalb kurzer Zeit gelangten Tausende Menschen nach Ceuta. Die Behörden müssen nun Identitäten feststellen, Personalien überprüfen und mögliche frühere Einträge in nationalen und internationalen Datenbanken abgleichen.
Auch die Angaben darüber, wie viele der Eingereisten sich derzeit noch in Ceuta beziehungsweise auf spanischem Staatsgebiet befinden und noch nicht zurückgeführt wurden, unterscheiden sich je nach Zeitpunkt und Quelle.
Eine endgültige Zahl lässt sich deshalb derzeit nicht seriös nennen.
Auch die Audiencia Nacional beschäftigt sich mit dem Fall
Inzwischen beschäftigt die Situation in Ceuta auch die spanische Justiz. Die Audiencia Nacional hat Informationen über die Ereignisse angefordert, um die Hintergründe des massenhaften Grenzübertritts und mögliche strafrechtlich relevante Vorgänge zu prüfen.
Für die Ermittler dürfte dabei auch entscheidend sein, ob unter den Eingereisten Personen identifiziert werden, die bereits zuvor wegen Terrorismus, Radikalisierung oder anderer sicherheitsrelevanter Vorgänge ins Visier der spanischen Behörden geraten waren.
Sollten sich die Angaben über bereits ausgewiesene Personen bestätigen, würde die Krise von Ceuta damit neben ihrer migrationspolitischen Dimension zunehmend auch zu einer Frage der inneren Sicherheit Spaniens.
Bis zum Abschluss der Identitätsprüfungen und einer offiziellen Stellungnahme der Behörden bleiben die derzeit genannten Zahlen jedoch vorläufig.

Was die innere Sicherheit betrifft, kann man in Spanien ganz entspannt sein, der Hauptstrom fließt nach Deutschland ab.