27 de September de 2025
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Skandal im Ferienlager von Bernedo: Nackte Duschen, Zwangsspiele und Ermittlungen der Ertzaintza

Credit Brooklyn Morgan (Unsplash)

Eltern und Jugendliche erheben schwere Vorwürfe – Veranstalter spricht von „pädagogischem Projekt“

Redaktion Spanien Press


Ein Sommercamp, das eigentlich Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren Erholung und Gemeinschaft bieten sollte, hat sich in diesem September in einen handfesten Skandal verwandelt. Mehrere Familien werfen den Betreuern gravierende Fehlverhalten vor: gemeinsame Duschen von Mädchen, Jungen und Erwachsenen, Nacktheit der Leiterinnen und Leiter sowie Demütigungsspiele.

Die Ertzaintza, die baskische Polizei, hat eine Untersuchung eingeleitet. Politiker, Eltern und Pädagogen diskutieren nun über die Grenzen alternativer Erziehungsmethoden und die Verantwortung des Staates bei der Aufsicht privater Ferienlager.

Das Lager in Bernedo: Organisation und Ablauf

Das Camp wurde von der Vereinigung Sarrea Euskal Udaleku Elkartea organisiert, die sich als feministisch, selbstverwaltet und gemeinschaftsorientiert beschreibt.

  • Ort: ein Gemeinschaftshaus in Bernedo (Álava), genutzt für Ausflüge, Sport, Workshops, Schwimmen und Abendaktivitäten.

  • Dauer: 15 Tage, Preis rund 375 Euro pro Kind.

  • Teilnehmer: Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren aus dem Baskenland und Navarra.

  • Offiziell: kein Teil des staatlich unterstützten Programms Udalekuak, keine öffentliche Förderung, keine Eintragung in amtliche Register.

Die Vorwürfe der Familien

Nach Rückkehr berichteten mehrere Jugendliche von verstörenden Erfahrungen. Die wichtigsten Punkte:

  1. Gemischte Duschen mit Erwachsenen

    • Jungen und Mädchen mussten gemeinsam duschen.

    • Betreuerinnen und Betreuer gingen nackt mit unter die Duschen.

    • Einige Betreuerinnen bewegten sich oben ohne auf dem Gelände.

  2. Erniedrigende Spiele

    • Kinder sollten den Zehen eines Betreuers lutschen, um ein Pausenbrot zu bekommen.

    • Mädchen wurde gesagt, sie dürften nicht in den Spiegel schauen: „Es ist egal, wie du aussiehst.“

  3. Kontaktverbot zu Eltern

    • Mehrere Jugendliche berichten, dass sie bei Unwohlsein oder Verletzungen nicht telefonieren durften.

  4. Freiwilligkeit unter Druck

    • Offiziell waren alle Aktivitäten „freiwillig“. Jugendliche schildern jedoch, dass sie sich unter Gruppenzwang zur Teilnahme gedrängt fühlten.

Reaktion der Organisatoren

Die Vereinigung wies die Anschuldigungen zurück und sprach von einer Verleumdungskampagne. In einer Stellungnahme heißt es:

  • Ziel der gemischten Duschen sei es gewesen, Körper zu normalisieren, Sexualisierung abzubauen und Geschlechterrollen zu überwinden.

  • Niemand sei jemals gezwungen worden, sich auszuziehen oder teilzunehmen.

  • Das Lager sei Teil eines feministischen, inklusiven Bildungsprojekts.

  • Kritiker würden die Realität verzerren und „reaktionäre, transfobe“ Diskurse bedienen.

Polizei und Politik reagieren

  • Die Ertzaintza ermittelt, befragt Eltern und Teilnehmer.

  • Der Gemeinderat von Bernedo betonte, dass das Haus lediglich vermietet wurde – Verantwortung trugen die Organisatoren.

  • Das Baskische Bildungsministerium ruft Familien auf, formelle Anzeigen zu erstatten, um strafrechtliche Verantwortung zu klären.

  • Oppositionelle Parteien fordern mehr Kontrolle über private Ferienlager.

Gesellschaftliche Debatte

Der Fall hat eine landesweite Diskussion ausgelöst:

  • Wo verläuft die Grenze zwischen pädagogischer Innovation und Missbrauch des Vertrauens?

  • Sollten auch private Lager ohne öffentliche Gelder einer amtlichen Aufsichtspflicht unterliegen?

  • Wie kann echte Freiwilligkeit von Gruppendruck unterschieden werden, besonders bei Jugendlichen?

  • Welche Schutzmechanismen brauchen Kinder und Eltern, um Transparenz und Sicherheit zu gewährleisten?

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