4 de April de 2025
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Spanien bereitet sich auf landesweite Proteste vor

Spanien Press

In Spanien dürfen Ferienwohnungen künftig nur mit der Zustimmung von mindestens 60 % der Eigentümergemeinschaft eröffnet werden. Mit dieser neuen Regelung will die Regierung die Rechte der Anwohner stärken und der unkontrollierten Ausbreitung von Touristenunterkünften entgegenwirken – vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Wohnungskrise.

von Dylan Wagemans

In vielen Städten Spaniens steigen die Immobilienpreise rasant, und in manchen Gegenden ist es mittlerweile einfacher, eine Ferienwohnung zu finden als eine dauerhafte Mietwohnung. Die Gesetzesänderung erfolgt kurz vor groß angelegten Protesten, die für diesen Samstag in 40 Städten angekündigt sind – unter dem Motto:
„Weg mit der Wohnungspolitik!“
Es wird erwartet, dass dies die größten Proteste gegen die Wohnraumpolitik seit über einem Jahrzehnt sein werden.

Laut der neuen Vorschrift müssen Eigentümer, die ihre Wohnung als Ferienunterkunft nutzen möchten, die ausdrückliche Zustimmung von 60 % ihrer Nachbarn einholen. Zwar gab es bereits zuvor eine Mitbestimmungsmöglichkeit der Eigentümergemeinschaft, doch nun wird dieser Prozess klar geregelt und gestärkt – die Anwohner erhalten mehr Einfluss auf die Nutzung ihres Wohnraums.

Zahlreiche Nachbarschaftsvereinigungen begrüßen die Reform. Sie sehen darin ein wichtiges Instrument, um dem Massentourismus entgegenzuwirken und Wohnraum für die lokale Bevölkerung zurückzugewinnen. Eine einfache Abstimmung innerhalb des Gebäudes kann künftig über die Genehmigung entscheiden.

Besonders in großen Städten sorgt die Zunahme von Ferienwohnungen für Probleme. Zwischen August 2023 und August 2024 stieg deren Zahl um 16,6 % auf insgesamt 396.883 Unterkünfte. Rund die Hälfte davon befindet sich in nur drei Regionen:

  • Andalusien (88.435)

  • Valencianische Gemeinschaft (71.186)

  • Katalonien (58.708)

Ein weiteres Problem: Viele dieser Wohnungen sind nicht offiziell registriert. In Madrid allein geht die Stadtverwaltung von etwa 14.000 illegal vermieteten Ferienwohnungen aus.

Sowohl Ministerpräsident Pedro Sánchez als auch Wohnungsbauministerin Isabel Rodríguez betonten in den vergangenen Monaten:
„Spanien braucht weniger Airbnb und mehr bezahlbaren Wohnraum.“

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