In Spanien findet heute erstmals ein landesweiter Protest für das Recht auf Wohnen statt. In mehr als einem Dutzend Städten gehen Bürgerinnen und Bürger auf die Straße, um auf die dramatische Lage am Wohnungsmarkt aufmerksam zu machen. Unter dem Motto „Schluss mit dem Geschäft mit dem Wohnen“ rufen rund 40 soziale Organisationen, darunter der Mieter:innengewerkschaft Madrid und der Sindicat de Llogateres aus Katalonien, zur Teilnahme auf. Unterstützt werden sie von den großen Gewerkschaften CCOO und UGT.
Wohnkrise spitzt sich zu
In den letzten Jahren sind die Wohnkosten in Spanien deutlich gestiegen – vor allem in Großstädten wie Madrid, Barcelona oder Málaga. Für viele Menschen ist bezahlbarer Wohnraum kaum noch erreichbar: Junge Menschen, Familien mit mittlerem Einkommen und Rentner:innen stehen vor verschlossenen Türen.
Die Hauptprobleme:
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Rasant steigende Mieten: In manchen Städten stiegen die Mietpreise um über 12 % innerhalb eines Jahres.
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Immobilienspekulation: Großinvestoren und sogenannte „Geierfonds“ kaufen ganze Wohnblöcke auf und treiben die Preise weiter in die Höhe.
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Kaum sozialer Wohnraum: Der staatliche Wohnungsbestand liegt unter zwei Prozent – deutlich unter dem EU-Durchschnitt.
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Ferienwohnungen und Tourismusdruck: Airbnb & Co. verdrängen die lokale Bevölkerung aus Innenstadtlagen.
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Rechtliche Unsicherheit für Vermieter: Viele Eigentümer ziehen es vor, leerstehende Wohnungen nicht zu vermieten. Der Grund: Wenn Mieter:innen ihre Miete nicht zahlen, sind rechtliche Schritte langwierig und die Zwangsräumung oft kaum durchsetzbar. Die fehlende rechtliche Absicherung schreckt insbesondere kleine private Vermieter:innen ab.
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Digitale Nomaden als Preistreiber: In Städten mit hoher Lebensqualität führt der Zuzug gutverdienender Remote-Worker aus dem Ausland zu zusätzlichem Druck auf den Wohnungsmarkt – vor allem in Küstenregionen und touristischen Hotspots.
Die Initiatoren der Proteste fordern eine strikte Regulierung der Mietpreise, mehr sozialen Wohnungsbau und ein Ende der Profitorientierung im Wohnungswesen.
Uhrzeiten und Routen der heutigen Demonstrationen
Madrid
12:00 Uhr
Start: Atocha → Paseo del Prado → Cibeles → Gran Vía → Plaza de España
Barcelona
18:00 Uhr
Start: Plaça Espanya
Valencia
18:30 Uhr
Start: Plaza del Ayuntamiento
Sevilla
12:00 Uhr
Start: Parlament von Andalusien → Rathaus
Málaga
11:30 Uhr
Start: Plaza de la Merced → Parque de Huelin
Alicante
18:00 Uhr
Start: Plaza Manila
Castellón
17:00 Uhr
Start: La Farola
Zaragoza
18:30 Uhr
Start: Plaza San Miguel
Granada
12:00 Uhr
Start: Plaza del Triunfo
Cádiz
12:00 Uhr
Start: Plaza San Antonio
Vigo
19:00 Uhr
Start: Plaza de España
Santander
12:00 Uhr
Start: Plaza del Ayuntamiento
Palma de Mallorca
12:00 Uhr
Start: Plaça Espanya
