Fast drei von zehn Kindern leben in sozialer Ausgrenzung – und Wohnen ist inzwischen zu einer der Hauptursachen von Armut geworden
Redaktion Spanien Press
Am 17. Oktober, dem Welttag zur Beseitigung der Armut, richtet sich der Blick auf eine ernüchternde Realität: Spanien bleibt das EU-Land mit der höchsten Kinderarmut. Laut dem jüngsten Bericht des Europäischen Netzwerks zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung (EAPN-ES) leben 29,2 % der Minderjährigen – mehr als 2,3 Millionen Kinder – in Armut oder sozialer Unsicherheit, ein Wert, der sich seit über 15 Jahren kaum verbessert hat.
Der Bericht zeigt, dass jeder fünfte Spanier von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht ist und dass die Wohnsituation inzwischen zu einer der zentralen Ursachen von Verarmung geworden ist. Die Mieten sind in den letzten zehn Jahren um fast 40 % gestiegen – auf den Balearen und Kanaren sogar um mehr als 70 %. Viele Familien gelten offiziell nicht als arm, leben aber aufgrund der hohen Wohnkosten faktisch in Armut.
Zugleich weist die Studie darauf hin, dass Kinder von Eltern mit Wohneigentum deutlich seltener in Armut leben als jene aus Haushalten zur Miete. Der Zugang zu einer eigenen Wohnung schützt viele Familien vor der sozialen Abwärtsspirale – eine Sicherheit, die für die junge Generation immer unerreichbarer wird.
Murcia, Andalusien und die Kanarischen Inseln verzeichnen die höchsten Kinderarmutsraten, während Galicien und das Baskenland am besten abschneiden. Die EAPN warnt, dass das Wirtschaftswachstum den ärmsten Haushalten kaum zugutekommt, und fordert einen nationalen Pakt gegen Armut, der seit Monaten im Parlament blockiert ist.
Am Vorabend des Welttags zur Beseitigung der Armut bleibt die Botschaft klar: Fortschritt ohne soziale Gerechtigkeit ist kein Fortschritt.
