Madrid – Spanien bereitet sich auf eine mögliche Flut billiger Importe aus Asien vor, nachdem der frühere US-Präsident Donald Trump in dieser Woche eine weitreichende Reihe neuer Zölle angekündigt hat. Diese Maßnahmen erschüttern die globalen Handelsbeziehungen und sorgen in ganz Europa für Besorgnis.
Die US-Zölle, Teil eines sich verschärfenden Handelskriegs, treffen vor allem asiatische Länder. China wird mit einem generellen Zollsatz von 54 % belegt – in bestimmten Produktkategorien sogar noch höher. Für Kambodscha gelten 49 %, für Vietnam 46 %, für Bangladesch 37 % und für Thailand 36 %.
Wirtschaftsanalysten befürchten, dass viele dieser Länder aufgrund der hohen Zölle den US-Markt nicht mehr bedienen können und stattdessen versuchen werden, ihre überschüssigen Waren nach Europa umzulenken – mit potenziell verheerenden Folgen für wirtschaftlich angreifbare Länder wie Spanien.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reagierte mit deutlichen Worten auf die Ankündigung aus Washington:„Die Konsequenzen werden für Millionen Menschen weltweit katastrophal sein“, sagte sie.„Europa kann die weltweite Überkapazität nicht auffangen.“
Spanien ist besonders betroffen, da es stark auf heimische Industrie, Textilproduktion und Landwirtschaft setzt – alles Sektoren, die besonders anfällig für unter Preis verkaufte Konkurrenzprodukte sind.
Die spanische Regierung reagierte bereits mit einem Notfallpaket in Höhe von 14 Milliarden Euro, um zentrale Wirtschaftsbereiche zu stützen. Ministerpräsident Pedro Sánchez verurteilte die US-Maßnahmen als „Angriff auf Amerikas Freunde“.„So geht man nicht mit Verbündeten um“, sagte Sánchez auf einer Pressekonferenz in Madrid.
„Spanien wird seine Arbeiter und seine Industrie mit allen verfügbaren Mitteln verteidigen.“
Die Europäische Kommission prüft nun koordinierte Maßnahmen, um dem drohenden Preisdumping entgegenzuwirken. Von der Leyen kündigte an, Brüssel werde den Binnenmarkt entschlossen schützen.
Wirtschaftsexperten warnen: Sollte nicht rasch gehandelt werden, könnten europäische Märkte – allen voran Spanien – von billig umgeleiteten Exporten überschwemmt werden. Ein Szenario, das sich das Land inmitten seiner wirtschaftlichen Erholung kaum leisten kann.
