Die Forderung nach einem Ausschluss Israels von internationalen Wettbewerben nimmt in Europa zu. Es geht dabei nicht nur um den Sport, sondern auch um kulturelle Veranstaltungen wie den Eurovision Song Contest. Mehrere Länder verweisen auf den Präzedenzfall Russland, das nach dem Angriff auf die Ukraine von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen wurde
Redaktion Spanien Press
In Spanien stellte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Montag bei der interparlamentarischen Sitzung der PSOE klar:
„Solange die Barbarei nicht aufhört, dürfen weder Russland noch Israel an internationalen Wettbewerben teilnehmen.“
Unterstützung aus weiteren europäischen Ländern
Die spanische Position fällt nicht isoliert. Auch in Irland, Belgien und Norwegen haben Parteien und Organisationen bereits ähnliche Forderungen erhoben. Sie argumentieren, dass Israels Teilnahme an internationalen Plattformen wie Sportturnieren oder dem Eurovision Song Contest eine Art „Reinwaschung“ seiner Politik darstelle.
Parallel dazu wandten sich Europaabgeordnete von Sumar in einem Brief an die Europäische Kommission. Sie verlangen, dass Israel von allen europäischen Kultur- und Sportereignissen ausgeschlossen wird.
Der Verweis auf Russland
Ein zentrales Argument lautet: Warum wurde Russland nach dem Angriff auf die Ukraine konsequent ausgeschlossen, während Israel trotz der Offensive in Gaza weiterhin teilnehmen darf? Sánchez betonte, Spanien wolle hier eine klare Stimme für das Völkerrecht sein.
Proteste verstärken den Druck
Die Debatte wird durch die pro-palästinensischen Proteste zusätzlich befeuert. Am Sonntag führten sie zum Abbruch der letzten Etappe der Vuelta a España. Sánchez äußerte sowohl Verständnis für die Sicherheit der Radfahrer als auch „Respekt“ für die friedlichen Demonstranten.
Eine wachsende Debatte
Der Regierungschef rief seine Abgeordneten auf, das Thema nicht abklingen zu lassen: „Die Debatte muss wachsen und alle Teile der Welt erreichen.“ Internationale Organisationen und Verbände stehen zunehmend unter Druck, Israels Teilnahme an globalen Plattformen zu überdenken – auch bei Veranstaltungen mit großer medialer Wirkung wie dem Eurovision Song Contest.
