10 de Juni de 2025
Lesezeit 2 Minuten

Spanien: Geburtenkrise 2025 – Nur 1,2 Kinder pro Frau

Spanien Press
Credit Marya Volk (Unsplash)


Redaktion Spanien Press

Im Jahr 2025 befindet sich Spanien erneut im hinteren Bereich der weltweiten Geburtenrate mit einer Fruchtbarkeitsrate von nur 1,2 Kindern pro Frau, weit entfernt von der für den Generationenersatz notwendigen Schwelle von 2,1. Nur Chile und Malta (1,1), China, die Ukraine und Singapur (1,0) sowie Südkorea (0,8) liegen noch niedriger. Gemeinsam mit Italien, Litauen, Weißrussland, Japan und Thailand teilt Spanien den Platz unter den Ländern mit den niedrigsten Geburtenraten.

Was erklärt die niedrige Geburtenrate in Spanien?

  1. Wirtschaftlicher Druck
    Die hohen Lebenshaltungskosten, prekäre Arbeitsverhältnisse und der schwierige Zugang zu bezahlbarem Wohnraum stehen an oberster Stelle der Hemmnisse. 39 % der Befragten nennen finanzielle Einschränkungen, 21 % instabile Beschäftigung und 19 % fehlenden bezahlbaren Wohnraum.

  2. Zukunftsunsicherheit
    Die Furcht vor Kriegen, Gesundheitskrisen wie COVID-19 oder dem Klimawandel verunsichert junge Paare und hindert sie daran, eine Familie zu gründen. 19 % geben an, dass diese Sorgen ihre Entscheidung, Kinder zu bekommen, direkt beeinflussen.

  3. Soziale und persönliche Faktoren
    Das Fehlen eines geeigneten Partners zum gewünschten Zeitpunkt und ungleiche Aufteilung der Haushaltsarbeit erschweren die Familienplanung. Unter denen, die ihre reproduktive Phase bereits abgeschlossen haben, sagen 31 %, sie hätten weniger Kinder als gewollt.

Die Folgen des demografischen „Absturzes“

Dieser anhaltende Rückgang der Geburtenzahlen birgt mehrere Herausforderungen:

  • Alternde Bevölkerung: Weniger Junge und mehr Ältere belasten Renten- und Gesundheitssysteme.

  • Fachkräftemangel: Mit weniger Erwerbstätigen gerät die Stabilität öffentlicher Dienste und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr.

  • Fehlgeleitete Maßnahmen: Zwangsnatalistiken oder Abtreibungsverbote kehren den Trend nicht um, sondern verstellen den Blick auf die wahren Ursachen.

Die UNFPA-Rezepte zur Förderung der Geburtenrate

Um die Entwicklung umzukehren, schlägt der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen einen Paradigmenwechsel vor: Weg von Zwangsanreizen, hin zu einem Modell, das die tatsächlichen Bedürfnisse von Paaren in den Mittelpunkt rückt. Zu den wichtigsten Empfehlungen gehören:

  1. Finanzielle und steuerliche Unterstützung

    • Zuschüsse für Kindertagesstätten und Krippen

    • Steuerliche Absetzbeträge pro Kind

    • Beihilfen für Alleinerziehende und kinderreiche Familien

  2. Bezahlbarer Wohnraum

    • Junge-Mieter-Programme mit moderaten Mieten

    • Ausbau von gefördertem Wohnungsbau für Ehepaare und Lebensgemeinschaften

  3. Vereinbarkeit von Familie und Beruf & gemeinsame Verantwortung

    • Gleich lange und übertragbare Elternzeiten für Mutter und Vater

    • Flexible Arbeitszeiten und Ausbau der Telearbeit

    • Öffentlichkeitskampagnen zur Förderung männlicher Beteiligung im Haushalt

  4. Zukunftssicherheit schaffen

    • Stabile Klimaschutzmaßnahmen zur Verringerung von Zukunftsängsten

    • Stärkung des öffentlichen Gesundheits- und Sozialsystems

  5. Umfassende reproduktive Gesundheitsversorgung

    • Ungehinderter Zugang zu Verhütungsmitteln

    • Kostenübernahme von Fruchtbarkeitsbehandlungen durch die Sozialversicherung

    • Garantie eines legalen, sicheren und stigmabefreiten Schwangerschaftsabbruchs

Auf dem Weg zu einem nachhaltigen demografischen Modell

Spanien muss die wirtschaftlichen, sozialen und persönlichen Barrieren beseitigen, die es Paaren heute nahezu unmöglich machen, ihr Ideal von zwei Kindern zu verwirklichen. Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der finanzielle Stabilität, gemeinsame Verantwortung im Haushalt und langfristige, vertrauensbildende Politiken vereint, wird den demografischen Aufschwung ermöglichen und eine gesunde Generationenfolge sichern.

Indem die reproduktiven Wünsche der Bevölkerung in den Mittelpunkt der Politik rücken, kann Spanien den Anschluss an die internationale Spitze der Geburtenraten wiederfinden und eine ausgewogenere, nachhaltigere Zukunft gestalten.

Eine Antwort hinterlassen

Your email address will not be published.

Vorherige Geschichte

Valencia löscht tausende Ferienwohnungen aus dem Tourismusregister

Nächste Geschichte

Psychische Erkrankungen als Krankheitsgrund verdoppelt: Spanische Arbeitnehmer fallen im Schnitt fast 100 Tage aus

Neues von Blog

Eilmeldung: Spanien entsendet modernste Fregatte nach Zypern

Spanien verstärkt seine militärische Präsenz im östlichen Mittelmeer. Das Verteidigungsministerium hat am Donnerstag angekündigt, die Fregatte Cristóbal Colón nach Zypern zu entsenden. Das Schiff wird gemeinsam mit dem französischen Flugzeugträger Charles de…
error: Der Inhalt ist geschützt !!
Gehe zuTop