Mit einer Prävalenz von nur 0,14 % und weniger als 55.000 aktiven Fällen steht Spanien kurz davor, als erstes Land der Welt Hepatitis C als Gesundheitsproblem vollständig zu beseitigen.
Redaktion Spanien Press
Am heutigen Welt-Hepatitis-Tag blickt die Welt auf Spanien: Das Land ist auf dem besten Weg, das erste weltweit zu werden, das Hepatitis C eliminiert. Die aktuelle Prävalenz liegt bei lediglich 0,14 %, was weniger als 55.000 aktive Infektionen bedeutet – ein historischer Meilenstein im Bereich der öffentlichen Gesundheit.
Die Allianz zur Eliminierung viraler Hepatitiden in Spanien (Aehve) hebt hervor, dass in den letzten zehn Jahren mehr als 172.000 Menschen erfolgreich behandelt und geheilt wurden – dank antiviraler Therapien, die vom spanischen Gesundheitssystem kostenlos bereitgestellt werden.
„In kaum drei Jahrzehnten vom ersten Nachweis des Virus bis zur möglichen vollständigen Eliminierung – ohne Impfstoff. Spanien schreibt Medizingeschichte“, so Aehve.
Ein internationales Vorbild in der Gesundheitspolitik
Mit dem Strategieplan PEACH, der 2015 ins Leben gerufen wurde, setzte Spanien auf frühzeitige Diagnose, Zugang für alle und ein koordiniertes Vorgehen zwischen Staat, Regionen, medizinischen Fachgesellschaften und Patientenorganisationen. Dieses Modell zeigt nun weltweit Wirkung – kein anderes Land ist so nah an der Eliminierung von Hepatitis C wie Spanien.
„Wenn die letzten Hürden überwunden werden, ist Spanien das erste Land der Welt, dem dieses gesundheitspolitische Ziel gelingt“, betont die Allianz.
Die letzten Herausforderungen: unerkannte und unbehandelte Fälle
Trotz der Erfolge bleiben noch rund 13.000 Menschen in Spanien mit aktiver Infektion undiagnostiziert. Weitere 30.000 Patientinnen und Patienten sind zwar registriert, haben die Therapie aber nie begonnen oder nicht abgeschlossen.
Besonders gefährdete Gruppen mit hoher Prävalenz sind:
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Drogenkonsumenten (12,5 %)
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Personen mit Chemsex-Praktiken (14,4 %)
Daher fordert Aehve:
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gezielte Programme zur Wiedergewinnung „verlorener“ Patienten,
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Dezentralisierung der Behandlungsangebote,
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sowie stärkere Maßnahmen in schwer erreichbaren Gemeinschaften.
Spanien auf dem Weg zum globalen Vorreiter
Die Aehve vereint Organisationen wie die FNETH, semFYC, ISGlobal, SEPD und AEEH. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, das Land als weltweit erstes von Hepatitis C zu befreien – und damit ein Vorbild für andere Staaten zu schaffen.
„Spanien beweist, dass eine chronische Virusinfektion auch ohne Impfung besiegt werden kann – durch Wissenschaft, politische Entschlossenheit und öffentliches Engagement.“
Sollte dieser letzte Schritt gelingen, wäre Spanien das erste Land der Welt, das Hepatitis C nicht nur unter Kontrolle bringt, sondern vollständig eliminiert – ein bahnbrechender Erfolg in der Geschichte der globalen Gesundheitsversorgung.
