27 de Mai de 2025
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Spanien verschärft seine Tabakpolitik: Mehr Unterstützung für rauchfreie Zonen, aber Sorge wegen E-Zigaretten bei Jugendlichen

Credit Eva Hartnagel (Unplash)

Immer mehr Menschen befürworten Rauchverbote auf Terrassen, an Stränden und in öffentlichen Bereichen – während der Konsum von E-Zigaretten unter Jugendlichen stark zunimmt.

In Spanien wächst die gesellschaftliche Ablehnung gegenüber dem Tabakkonsum. Eine Mehrheit der Bevölkerung spricht sich dafür aus, rauchfreie Zonen auszuweiten – etwa auf Terrassen von Bars und Restaurants, an Stränden, Bushaltestellen oder in der Nähe von Bildungseinrichtungen. Dies zeigt eine aktuelle landesweite Umfrage unter mehr als 9.000 Personen über 14 Jahren im Rahmen einer Kampagne für ein rauchfreies Leben.

Demnach würden 74 % der Befragten das Rauchen auf Terrassen verbieten, 62,7 % an Stränden und 76,8 % an Bushaltestellen. Der Trend ist eindeutig: mehr Gesundheitsbewusstsein und mehr Rückhalt für gesetzliche Maßnahmen zum Schutz der Allgemeinheit.

Jugendliche zeigen größere Toleranz

Die Studie macht jedoch auch auf einen deutlichen Generationenunterschied aufmerksam. Jugendliche und junge Erwachsene zeigen sich deutlich toleranter gegenüber dem Rauchen. Nur 56 % der unter 18-Jährigen unterstützen ein Rauchverbot auf Terrassen – deutlich weniger als der landesweite Durchschnitt.

Diese Entwicklung ist besonders besorgniserregend, da gleichzeitig der Konsum von E-Zigaretten unter Jugendlichen stark ansteigt.

E-Zigaretten-Konsum bei Minderjährigen verdoppelt sich

In nur einem Jahr ist der Anteil der 14- bis 18-Jährigen, die E-Zigaretten nutzen, von 6,6 % auf 11,1 % gestiegen. Obwohl der Verkauf an Minderjährige verboten ist, greifen viele zu diesen Produkten – verführt durch fruchtige Aromen und das trügerische Bild eines harmloseren Konsums.

Über 90 % der Vape-Nutzer rauchen zusätzlich Tabak, was zeigt: Die E-Zigarette dient nicht als Ausstiegshilfe, sondern verstärkt die Nikotinabhängigkeit.

Fachleute warnen, dass der Dampf gesundheitsschädliche Substanzen enthält. Erste gesundheitliche Folgen wie Atemwegserkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder Gefäßschäden treten bereits bei Jugendlichen auf.

Wer raucht in Spanien?

Aktuell geben 52 % der Befragten an, Nichtraucher zu sein, 35 % sind Ex-Raucher und 13 % rauchen weiterhin regelmäßig. Die höchste Rauchquote findet sich bei den 19- bis 24-Jährigen (28,3 %), gefolgt von den 14- bis 18-Jährigen (19,3 %).

Unter den Jugendlichen ist die E-Zigarette das am meisten konsumierte Produkt, bei jungen Erwachsenen ist es Drehtabak, und bei älteren Personen überwiegt die klassische Zigarette.

Regionale Unterschiede

Die Regionen mit den niedrigsten Raucherquoten sind die Balearen, die Kanarischen Inseln und Madrid – alle unter 8 %. Die höchsten Quoten verzeichnen Regionen im Landesinneren und Nordosten, mit bis zu 25 % rauchender Bevölkerung.

Neue Gesetzesreform in Arbeit

Das Gesundheitsministerium arbeitet derzeit an einer Reform des bestehenden Tabakgesetzes. Geplant sind unter anderem neutrale Verpackungen, ein Verbot aromatisierter Produkte sowie die gesetzliche und steuerliche Gleichstellung von E-Zigaretten mit herkömmlichem Tabak.

Ein genaues Datum für die Reform liegt noch nicht vor, jedoch soll der Gesetzesentwurf in Kürze dem Ministerrat vorgelegt werden.

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