16 de November de 2025
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Spanien verzeichnet Rekordzahl ausländischer Häftlinge – parallel zum Aufstieg der extremen Rechten

Credit Mathew Ansley (Unsplash)

Spanien erlebt derzeit eine außergewöhnliche Entwicklung in seinem Strafvollzugssystem. Zum Stichtag 31. August befinden sich 20.524 im Ausland geborene Personen in spanischen Gefängnissen – 10,7 % mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit 2008. Insgesamt sitzen 61.858 Menschen ein, wobei jeder dritte Häftling (33,2 %) Ausländer ist.

Die Zahlen zeigen einen klaren Trend: In den letzten fünf Jahren ist die Zahl ausländischer Gefangener um 26 %gestiegen, deutlich mehr als die insgesamt registrierte Zunahme der Gefängnispopulation (12 %) und weit über dem Anstieg unter spanischen Staatsbürgern (6 %)

Redaktion Spanien Press

Deutlich höherer Anteil als in der Gesamtbevölkerung

Während Ausländer derzeit 14,3 % der spanischen Bevölkerung ausmachen, liegt ihr Anteil in den Gefängnissen mehr als doppelt so hoch. Experten führen dies auf sozioökonomische Verwundbarkeit, irregulären Aufenthaltsstatus und eine stärkere Polizeipräsenz in bestimmten Milieus zurück.

Besonders starke Ungleichgewichte in Katalonien und Madrid

Die Unterschiede zwischen den Regionen sind beträchtlich:

  • In Katalonien ist mehr als die Hälfte aller Häftlinge ausländischer Herkunft, obwohl Ausländer nur 19 % der Bevölkerung stellen.

  • In der Region Madrid sind 16,9 % der Einwohner Ausländer, aber 46,9 % der Gefangenen.
    Auch Balearen und Kastilien und León melden Quoten von rund 40 %.

Marokko stellt die größte Gruppe

Mit 6.188 Gefangenen ist Marokko weiterhin die am stärksten vertretene Nationalität, gefolgt von Kolumbien, Algerien, Rumänien und der Dominikanischen Republik. Umgekehrt haben große Gemeinschaften wie Italiener, Briten, Chinesen oder Venezolaner deutlich geringere Haftquoten.

Parallel dazu: Zunehmende Unterstützung für die extreme Rechte

Der Anstieg der ausländischen Häftlinge fällt in eine Phase, in der rechtsextreme Parteien in den Umfragen deutlich zulegen. Themen wie Migration, Sicherheit und Grenzkontrollen dominieren zunehmend die politische Debatte. Entscheidungen wie die der baskischen Polizei Ertzaintza, den Herkunftsort von Festgenommenen zu veröffentlichen, haben Diskussionen über Transparenz und mögliche Stigmatisierung ausgelöst.

Ein komplexes Phänomen mit politischer Sprengkraft

Spanien verzeichnet inzwischen fünf Jahre in Folge einen Anstieg ausländischer Gefangener. Das Thema ist zu einem zentralen Konfliktfeld in Politik und Gesellschaft geworden und dürfte die politische Agenda in den kommenden Monaten maßgeblich prägen.


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