Ausgehen und essen gehört für viele Menschen in Spanien zum festen Wochenendritual: Sonne, Gesellschaft und ein gutes Essen. Doch selbst in einer entspannten Atmosphäre gibt es unausgesprochene Regeln, die den Restaurantbesuch für Gäste und Personal deutlich angenehmer machen. Hier sind einige der typisch spanischen Verhaltensweisen, die man kennen sollte
Redaktion Spanien Press
In Spanien setzt man sich nicht einfach an einen freien Tisch. Es ist üblich, auf die Platzanweisung des Personals zu warten, um Konflikte mit Reservierungen zu vermeiden und den Ablauf im Gastraum zu respektieren. Wenn man lieber an einem anderen Tisch sitzen möchte, bittet man freundlich darum – man wechselt jedoch niemals von selbst, da jeder Tisch eine Funktion im Ablauf hat.
Das Brot in die Sauce zu tauchen – “rebañar” – ist ein sehr spanischer Brauch, gesellschaftlich akzeptiert und oft sogar geschätzt, solange man es dezent macht und nicht in fremde Teller gerät.
Auf der Tischoberfläche sollten jedoch keine Mäntel, Taschen, Helme oder Handys liegen: Die Tischfläche ist ausschließlich fürs Essen gedacht.
Auch der Umgang mit dem Servicepersonal ist Teil der spanischen Esskultur. Den Kellner mit Schnipsen, Rufen oder Pfeifen herbeizuholen, gilt als unhöflich. Ein freundlicher Blick oder ein leises „Perdone“ oder „Disculpe“genügt völlig.
Beim Teilen von Gerichten benutzt man selbstverständlich die bereitgestellten Servierbestecke, nie das eigene.
Teller zu stapeln, um „zu helfen“, wirkt höflich, behindert jedoch den Arbeitsablauf des Personals, das nach festgelegten Bewegungsabläufen arbeitet. Ebenso gilt es als wenig elegant, laut über die Rechnung zu sprechen – man prüft sie diskret.
Vom Teller anderer zu probieren, ohne zu fragen, ist ein Tabu, genauso wie sich zuerst zu bedienen, ohne es den anderen anzubieten. Und auch wenn man den Tisch nicht makellos hinterlassen muss, sollte man übermäßige Unordnung vermeiden.
Das sogenannte “a escote” – die Rechnung durch alle gleich zu teilen – ist eine tief verwurzelte spanische Tradition. Es funktioniert problemlos, spart Diskussionen und das Wichtigste: Niemand beschwert sich.
Typisch spanisch ist auch das Tapas-Essen vor der eigentlichen Mahlzeit. „Etwas trinken gehen“ endet oft mit ein paar Tapas, einer Ración… und plötzlich ist es eine komplette Mahlzeit. Es gehört zur sozialen Dynamik Spaniens.
Kinder gehören in Spanien selbstverständlich dazu. Sie sind im Restaurant willkommen, nehmen am Essen teil und werden nicht ausgesondert. Die Tischkultur ist ein Gemeinschaftsraum – auch für die Kleinsten.
Und eines der wichtigsten Elemente: die Sobremesa. Nach dem Essen bleibt man sitzen, spricht, trinkt Kaffee oder genießt einfach den Moment. Es handelt sich um ein nahezu heiliges Ritual der spanischen Lebensart, das man nicht unnötig unterbricht.

Diese Esskultur ist sehr schön, wir Deutschen könnten gut ein bisschen von dieser entspannten Kultur übernehmen.