Die Zahl der Immobilienverkäufe in Spanien ist im ersten Halbjahr 2025 sprunghaft angestiegen – ein Niveau, das seit dem Höhepunkt des Baubooms im Jahr 2007 nicht mehr erreicht wurde. Allein im Juni wurden über 59.000 Transaktionen verzeichnet.
von Peter Capitain
Der spanische Immobilienmarkt erlebt 2025 ein bemerkenswertes Comeback. Laut dem Nationalen Statistikamt (INE) wurden im Juni 59.021 Immobilienverkäufe registriert – ein Anstieg von 17,9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit verzeichnet das Segment bereits das zwölfte Wachstum in Folge und festigt eine Dynamik, wie man sie zuletzt vor der großen Finanzkrise kannte.
Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 357.533 Immobilien verkauft – der höchste Wert seit 18 Jahren. Diese Entwicklung ist eng mit der Zinswende der Europäischen Zentralbank verbunden, die im Sommer 2024 die Leitzinsen erstmals senkte und damit Kaufinteresse und Investitionen spürbar belebte.
Neubau gewinnt an Bedeutung – bleibt aber in der Minderheit
Während gebrauchte Immobilien nach wie vor rund 79 % aller Verkäufe ausmachen, wächst das Interesse an Neubauten deutlich. Im Juni wechselten 12.570 Neubauwohnungen den Besitzer – ein Plus von 25,3 % im Vergleich zum Vorjahr und der beste Juni-Wert seit 2011.
Regionale Unterschiede – Wachstum landesweit
Die Zahl der Transaktionen ist in allen autonomen Gemeinschaften Spaniens gestiegen, jedoch mit teils großen Unterschieden:
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Cantabria: +41,7 %
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Aragón: +37,7 %
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Kastilien und León: +35,2 %
Schwächer fiel der Anstieg in Regionen wie Balearen (+1,2 %), Navarra (+1,5 %) oder Madrid (+3,7 %) aus. In absoluten Zahlen vereinten Andalusien, Katalonien, die Comunidad Valenciana und Madrid gemeinsam rund 63 %aller Verkäufe auf sich.
Trotz steigender Preise: Der Markt bleibt lebendig
Obwohl die Immobilienpreise im Landesdurchschnitt um 7 % gestiegen sind – in acht Regionen sogar im zweistelligen Bereich – bleibt die Nachfrage ungebrochen hoch. Der Euribor, maßgeblich für viele Hypotheken in Spanien, liegt seit Monaten stabil bei etwa 2,1 %.
Prognose: Ein Rekordjahr mit historischem Potenzial
Sollte der Trend anhalten, könnte 2025 das stärkste Immobilienjahr seit 2007 werden – dem Jahr, in dem über 775.000 Transaktionen verzeichnet wurden. Die Kombination aus gestärktem Käufervertrauen, attraktiven Finanzierungsmöglichkeiten und dem Wunsch nach Stabilität in unsicheren Zeiten treibt den Markt weiter an.
