Am heutigen Weltbevölkerungstag richtet sich der Blick auf eine alarmierende Entwicklung in Spanien: Die Familienplanung vieler junger Menschen verändert sich grundlegend. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts DYM plant fast jeder fünfte junge Erwachsene in Spanien, keine Kinder zu bekommen – ein Trend, der sich insbesondere unter jungen Frauen bemerkbar macht
Redaktion Spanien Press
Wandel in der Lebensplanung: Elternschaft verliert an Bedeutung
Die Studie offenbart: Besonders Frauen zwischen 18 und 35 Jahren stellen die traditionelle Familiengründung infrage. Rund 22 % von ihnen lehnen es ab, Kinder zu bekommen – bei den Männern derselben Altersgruppe liegt dieser Wert bei 20 %. Dennoch bleibt der Kinderwunsch bei einem Teil der Bevölkerung bestehen: 36 % der jungen Frauen und 27 % der Männer äußern den Wunsch, in der Zukunft eine Familie zu gründen.
Lebensqualität schlägt Langlebigkeit
Interessant ist auch der Wertewandel im Hinblick auf Gesundheit und Zukunftsperspektiven. Eine deutliche Mehrheit der Spanier – rund 60 % – gibt an, ein qualitativ gutes Leben einer langen, aber womöglich belastenden Lebenszeit vorzuziehen. Zwar vertrauen 41 % auf die lebensverlängernden Möglichkeiten technologischer Entwicklungen, doch der Fokus liegt bei vielen klar auf Gegenwart und Lebenszufriedenheit.
Demografische Realität: Jugend geht verloren
Spaniens demografisches Profil verändert sich rasant. Seit den 1980er Jahren ist die Zahl junger Menschen im Land um 1,3 Millionen zurückgegangen. Gleichzeitig zeigt sich ein deutlicher Zuwachs bei der Zahl junger Menschen mit Migrationshintergrund: Heute wurde bereits jede vierte junge Person außerhalb Spaniens geboren – ein Hinweis auf die zentrale Rolle von Zuwanderung für die Stabilisierung der Bevölkerung.
Generation ohne große Erwartungen?
Die Umfrage bringt ein generelles Stimmungsbild zutage: Die junge Generation blickt skeptischer in die Zukunft, hat weniger Vertrauen in Technologie als ältere Altersgruppen und stellt traditionelle Lebensentwürfe zunehmend infrage. Während frühere Generationen auf Stabilität und Familie setzten, dominieren heute persönliche Entfaltung, Flexibilität und Lebensqualität.
