Das Sturmtief Francis hält große Teile Spaniens weiterhin in Atem und hat insbesondere in Andalusien schwere Schäden verursacht. Heftige Regenfälle, Evakuierungen und zahlreiche Rettungseinsätze prägen den Sonntag. Gleichzeitig bringt das Unwetter Schnee bis in tiefe Lagen im Norden und Nordosten der Iberischen Halbinsel
Redaktion Spanien Press
Francis befindet sich derzeit zwischen der Straße von Gibraltar und dem westlichen Alborán-Meer. Von dort aus sorgt das Tief für intensive Niederschläge im Süden Spaniens, vor allem im Raum des Golfs von Cádiz. In anderen Regionen werden Schneefälle und starke Windböen gemeldet. Insgesamt stehen neun autonome Gemeinschaften unter Wetterwarnung, darunter Andalusien, Madrid, Katalonien, Valencia und Galicien. Auch in Ceuta wurden Warnungen wegen heftiger Regenfälle aktiviert.
Am stärksten betroffen ist bislang Andalusien. Die regionalen Notfalldienste registrierten bereits 59 Einsätze, davon 31 in der Provinz Málaga und 26 in Cádiz. Die meisten Vorfälle stehen im Zusammenhang mit überfluteten Straßen, Erdrutschen sowie vollgelaufenen Wohnungen. In mehreren Fällen mussten Bewohner vorsorglich evakuiert werden.
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Besonders dramatisch war die Lage in Los Barrios (Cádiz). Dort mussten fünf Personen aus einer überfluteten Wohnung gerettet und in Sicherheit gebracht werden. Eine weitere Person wurde gemeinsam mit ihren zwei Hunden evakuiert und bei Angehörigen untergebracht.
Die gemessenen Niederschlagsmengen sind enorm: In Jimena de la Frontera (Cádiz) fielen stellenweise bis zu 200 Liter pro Quadratmeter. In der Provinz Málaga, wo die spanische Wetteragentur Aemet zeitweise die rote Warnstufeausrief, wurden in Tolox bis zu 120 Liter pro Quadratmeter registriert.
Angesichts der angespannten Lage hat der Zivilschutz das Warnsystem ES-Alert aktiviert. Entsprechende Warnmeldungen wurden an die Bevölkerung in 27 Gemeinden der Provinz Málaga sowie in fünf Gemeinden in Cádizverschickt. Die Behörden rufen dazu auf, äußerste Vorsicht walten zu lassen und unnötige Fahrten zu vermeiden.
Meteorologen beobachten die weitere Entwicklung des Tiefs aufmerksam. Zwar wird in sozialen Netzwerken bereits über eine mögliche neue „Filomena“ spekuliert, Experten betonen jedoch, dass es sich um ein anderes meteorologisches Szenario handelt – trotz der außergewöhnlichen Intensität.
Fest steht: Francis ist noch nicht abgezogen. Und in Andalusien richtet sich der Blick weiterhin sorgenvoll gen Himmel.

