Die Gefahr entsteht nicht nur im Verborgenen, sondern im Netz. Die rechtsextreme Organisation The Base gilt als eine der radikalsten Gruppierungen des modernen Neonazismus. Ihr Ziel: den demokratischen Staat von innen durch Chaos und gezielte Gewalt zu destabilisieren, bis der ersehnte „Rassenkrieg“ ausbricht
Redaktion Spanien Press
Ein Schattenkollektiv mit globalen Ambitionen
Entstanden im Jahr 2018, verfolgt die Gruppe eine dezentrale, militärisch geprägte Strategie. Sie verzichtet auf die öffentliche Bühne, setzt stattdessen auf autonome Untergrundzellen, die sich selbst trainieren – nicht im Namen des Sports, sondern im Hinblick auf zukünftige Gewalt. Ihre Trainings umfassen Schusswaffen, taktische Kriegsführung und Überlebensübungen in isolierten Camps.
Der ideologische Rahmen, den die Organisation nutzt, ist das Beschleunigungskonzept des politisierten Rechts: Die Krise des Systems soll künstlich verschärft werden – nicht durch Diskurs, sondern durch Anschläge, Sabotage und Polarisierung.
Gründung, Einfluss und ideologischer Kern
Gegründet wurde The Base von Rinaldo Nazzaro, einem US-Amerikaner, der seit 2019 dauerhaft in Russland lebt. Obwohl Nazzaro einst für Strukturen wie das US-Verteidigungsministerium und die Sicherheitsarchitektur der USA arbeitete (laut internationalen Medien), hat er seine Loyalität längst verlagert – sowohl geografisch als auch politisch.
Die Ideologie der Gruppe besteht aus drei Hauptsträngen:
-
Radikale weiße Überlegenheitsfantasien, inspiriert durch klassisches Gedankengut des Nationalsozialismus.
-
Antisemitische Verschwörungslehren, die sich digital und transnational verbreiten.
-
Die populistische „Groß-Austausch-Theorie“ des französischen Autors Renaud Camus, die behauptet, die europäische Bevölkerung werde planvoll ersetzt.
Der Gruppe zufolge sind sinkende Geburtenraten, Migration und gesellschaftliche Vielfalt keine soziologischen Faktoren, sondern ein „existentieller Angriff auf die weiße Zivilisation“. Auch Bewegungen wie das queere Minderheiten-Engagement oder der Kampf gegen Rassismus werden von der Organisation zu Feindbildern stilisiert.
Kommunikation im digitalen Untergrund
Anders als traditionelle Gruppierungen agiert The Base fast ausschließlich online – über verschlüsselte Netzwerke, anonyme Foren oder Bereiche des sogenannten Dark Web. Dort rekrutiert und radikalisiert die Organisation neue Anhänger, verbreitet Manuals und formt einen globalen Gewaltkult.
Neben den Vereinigte Staaten wurden Ableger der Gruppe auch in Europa, Afrika und Ozeanien entdeckt. Einstufungen als Terrororganisation erfolgten bereits in Europäische Union, Kanada, Australien sowie weiteren Staaten des Westens.
Die spanische Zelle: Eine neue Eskalationsstufe
Diese Woche gelang der Policía Nacional ein historischer Schlag gegen Rechtsterrorismus im Land: Zum ersten Mal konnte eine lokale, einsatzbereite Zelle von The Base auf spanischem Boden ausgehoben werden.
Drei Personen wurden festgenommen. Die Vorwürfe sind schwerwiegend:
-
Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung
-
Rekrutierung und ideologische Indoktrination
-
Paramilitärisches Training
-
Illegaler Waffenbesitz und akkumulierter Waffenvorrat
Laut internen Polizeiquellen war die Zelle bereits bereit, gezielte Angriffe zur Verbreitung gesellschaftlicher Angst zu verüben. Ein außergewöhnlicher Bargeldbestand und extremistisches Propagandamaterial wurden ebenfalls sichergestellt. Der Anführer – ein Spanier mit gewaltbereiter Vergangenheit – war bereits behördlich bekannt und stand in direktem Kontakt zu Nazzaro.
Warum diese Organisation ein Risiko für Europa bleibt
The Base ist nicht ein isolierter Extremfall, sondern ein Test der digitalen Radikalisierungsdynamik im 21. Jahrhundert:
-
Dezentrale Struktur, die klassische Überwachung erschwert
-
Internationale Reichweite ohne physisches Hauptquartier
-
Gewaltorientierte Ideologisierung, die gesellschaftliche Konflikte weaponisiert
-
Digitaler Rekrutierungsdruck auf junge, systemfrustrierte Zielgruppen
Europäische Sicherheitsbehörden warnen seit Jahren: Diese neuen Terrornetzwerke entstehen nicht im Hinterhof – sie entstehen im Algorithmus.
