Velá de Santa Ana – Wenn Triana leuchtet und die Stadt ihr schönstes Kleid trägt
Es gibt Feste, die sich nicht laut ankündigen – und dennoch bleiben sie unvergessen. Die Velá de Santiago y Santa Ana in Sevillas Stadtteil Triana ist genau so ein Fest. Eine sommerliche Hommage an Licht, Klang, Kultur – und das unerschütterliche Lebensgefühl der Sevillanos.
Während in Triana die Lichter entlang der Calle Betis flimmerten, während Gitarrenklänge durch die Gassen zogen und das große Feuerwerk den Himmel vergoldete, war ich in diesem Jahr nicht dabei. Beruflich zog es mich erneut nach Marbella – dorthin, wo ich von der Küste aus für euch arbeite: an neuen Partnerschaften, spannenden Markenkooperationen und den schönsten Geschichten rund um Spanien.
Und doch war ich ganz nah. Denn meine Freundinnen haben mir das Fest in die Seele getragen – mit Videos, Fotos, Sprachnachrichten voller Begeisterung und Anekdoten, die nach Tinto, Flamenco und gegrillter Sardine schmeckten.
Triana tanzt – auch ohne Bühne
Die diesjährige Velá fand vom 21. bis 26. Juli statt. Eine Woche, in der die Stadt nicht nur feierte, sondern glänzte. Der Eröffnungsabend begann mit einem festlichen Pregón von Rafael Almarcha, begleitet von der Banda Sinfónica Municipal. Jeden Abend wurde die Bühne an der Plaza del Altozano zum Treffpunkt für Musikliebhaber.
Dazu kamen sportliche Wettbewerbe in Petanca, Dominó, Rudern oder Walking Football. Der Star für viele blieb jedoch die klassische Cucaña – jener abenteuerliche Wettkampf, bei dem junge Männer auf einem schräg über den Fluss ragenden, glitschigen Holzstamm versuchen, eine Fahne zu erreichen – meist unter großem Gelächter und nasser Hose.
Und als am Samstag, dem 26. Juli, um 23:55 Uhr das traditionelle Feuerwerk gezündet wurde, stand Triana still. Ein Moment aus Goldstaub, Licht und Geschichte. Wer da war, wird ihn nicht vergessen. Wer – wie ich – fehlte, fühlte ihn trotzdem.
Eleganz ohne Aufwand – Stil ohne Show
Was ich an der Velá liebe? Sie braucht kein Bling-Bling, keine Prominenten im Blitzlicht, keine falsche Folklore. Sie lebt von der Haltung der Menschen, vom Rhythmus der Stadt, vom Wissen darum, dass wahre Feste nicht inszeniert, sondern gelebt werden.
Ein eleganter Herr im Leinenhemd, der mit seiner Enkelin tanzt. Drei Freundinnen mit Ventilatoren in den Händen und Espadrilles an den Füßen, die sich über das beste Bacalao-Rezept streiten. Und abends ein Gitarrist, der auf einem Plastikstuhl die Welt verzaubert. Das ist Luxus – andalusisch interpretiert.
Ein kleiner, leuchtender Nachsatz
Ich war in Marbella, ja. Aber mein Herz war – zumindest ab 22 Uhr – eindeutig in Triana.
Und während ich auf der Hotelterrasse an meiner nächsten Gourmetkolumne feilte, kamen die Sprachnachrichten aus Sevilla herein: „Du fehlst hier!“, „Die Cucaña war göttlich heute“, „Das Feuerwerk – pure Magie!“.
Ich lächelte. Denn manche Feste tanzt man auch aus der Ferne mit.
Bis zum nächsten Lichtermeer in Triana. Und vielleicht dann wieder mit einem Fächer in der Hand.
Con cariño,
Nina
